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Frauenanteil bei Lehrkräften sehr hoch

Mainz. Einen Mangel an männlichen Lehrkräften in Rheinland-Pfalz hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) beklagt. In den vergangenen fünf Jahren sei der Anteil der Lehrerinnen an den Grundschulen im Land von 75 Prozent auf 86,7 Prozent gestiegen, kritisierte der VBE-Landesverband am Donnerstag in Mainz

Mainz. Einen Mangel an männlichen Lehrkräften in Rheinland-Pfalz hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) beklagt. In den vergangenen fünf Jahren sei der Anteil der Lehrerinnen an den Grundschulen im Land von 75 Prozent auf 86,7 Prozent gestiegen, kritisierte der VBE-Landesverband am Donnerstag in Mainz. "Wenn das so weitergeht, sterben die Männer unter den Lehrkräften an den Grundschulen völlig aus." Mittlerweile überwiege an allen allgemeinbildenden Schulen der Frauenanteil bei den Lehrkräften, auch an weiterführenden Schulen. An den Gymnasien, die einst eine "Domäne" der Männer gewesen seien, liege deren Anteil unter 50 Prozent. Diese Entwicklung habe erhebliche Folgen für die Kinder und Jugendlichen. Vor allem für die Jungen, denen immer mehr die lebenden Vorbilder abhanden kämen, kritisierte der VBE-Landesvorsitzende Johannes Müller. "Sowohl Mädchen als auch Jungen brauchen aber männliche und weibliche Vorbilder, um ihre Identität zu finden", sagte Müller. Er appellierte an die Landesregierung, verstärkt männliche Abiturienten für den Lehrerberuf zu werben. Dafür müssten aber die Arbeitsbedingungen und die Einkommenssituation verbessert werden. Das Bildungsministerium erklärte, es versuche "im Besonderen", Männer für ein Lehramtsstudium zu werben. "Eine geschlechtsspezifische Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern verbietet sich aber sowohl bei der Einstellung in den Vorbereitungsdienst als auch bei der Einstellung." dpa