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Flugverkehr
Flughafen Hahn weiter im Sinkflug

 Der Flughafen Hahn muss weiter gegen die Krise ankämpfen. Die Zahl der Passagiere ist weiter gesunken.
Der Flughafen Hahn muss weiter gegen die Krise ankämpfen. Die Zahl der Passagiere ist weiter gesunken. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Hahn. Die Passagierzahlen sind deutlich zurückgegangen. Auch das Frachtgeschäft schwächelt. Von Bernd Wientjes

Nach den neuesten Zahlen des Flughafenverbands ADV sind im Juni 132 809 Passagiere auf dem Hahn abgefertigt worden. Das sind 32,6 Prozent weniger als im gleichen Monat im vergangenen Jahr. Zwar haben die Sommerferien erst Ende Juni und damit eine Woche später als im vergangenen Jahr begonnen. Allein damit lässt sich der Rückgang der Fluggäste im Hunsrück nicht erklären. Vielmehr dürfte sich darin das deutlich ausgedünnte Angebot des Platzhirschen Ryanair wiederspiegeln.

Das zeigt sich auch, wenn man  die Halbjahreszahlen betrachtet. Seit Januar ist die Zahl der Passagiere auf dem Hahn um 27 Prozent auf 771 797 zurückgegangen. Ryanair hatte seinen Sommerflugplan auf dem Hunsrückflughafen deutllich reduziert. Unter anderem wurden Flüge nach London und Lissabon gestrichen.

Die irische Fluggesellschaft verlegt immer mehr Flüge vom Hahn nach Frankfurt und Luxemburg. Für den kommenden Winterflugplan hat Ryanair weitere Kürzungen angekündigt, statt 29 werden nur noch 16 Flugziele angeboten. Es scheint auch nicht ausgeschlossen, dass Ryanair den Hahn komplett verlassen wird (wir berichteten). Der Flughafen-Betreiber vermeldete kürzlich, den Start einer zusätzlichen Airline vom Hahn.



Seit Mitte Juli fliegt die serbische Air Serbia zwei Mal die Woche in die serbsiche Stadt Nis. Während die Passagierzahlen seit Jahren sinken, verzeichnete der Hahn bei der Fracht seit einiger Zeit wieder ein Plus. Doch im ersten Halbjahr wurden mit 82 389 Tonnen zehn Prozent weniger Fracht umgeschlagen. Im Mai hatte die Post-Tochter DHL ihre beiden wöchentlichen Frachtflüge vom Hunsrück nach Asien  eingestellt.

2017 betrug das Minus des Flughafens, der zu 82,5 Prozent dem chinesischen Konzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen gehört, rund 17 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz hat sich beim Verkauf seiner Anteile im Mai 2017 an HNA dazu verpflichtet bis 2024 Beihilfen für den Betrieb und Investitionen zu zahlen.

Aus einer Antwort von Innenstaatssekretär Randolf Stich im Wirtschaftsausschuss geht hervor, dass das Land im vergangenen Jahr der Flughafengesellschaft eine Betriebsbeihilfe von rund sieben Millionen Euro gezahlt hat. Außerdem seien 2,3 Millionen Euro für Sicherheitsaufwendungen, also etwa die Flughafenfeuerwehr, überwiesen worden. Kein Geld hingegen ist bislang vom Land für Investitionsbeihilfen geflossen. Zwar habe die Flughafengesellschaft bislang vier Anträge für insgesamt 4,5 Millionen Euro gestellt, heißt es in der Antwort von Stich.

Bislang seien aber noch keine Detailplanungen von der Betreibergesellschaft vorgelegt worden, daher habe das Land noch nicht darüber entscheiden können, und es seien noch keine Zahlungen erfolgt. Das Land hat sich verpflichtet, Investitionen am Hahn mit bis zu 22,6 Millionen Euro  zu unterstützen.