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Flughafen Hahn soll heute verkauft werden

 Der Flughafen Hahn soll heute an den chinesischen Konzern HNA verkauft werden. Foto: Thomas Frey/dpa
Der Flughafen Hahn soll heute an den chinesischen Konzern HNA verkauft werden. Foto: Thomas Frey/dpa FOTO: Thomas Frey/dpa
Mainz/Hahn. Erst kauft sich die chinesische HNA bei der Deutschen Bank ein, dann greift sie nach dem Hunsrück-Airport. Agentur

Nach einem Debakel im Sommer 2016 steht die Privatisierung des Hunsrück-Flughafens Hahn im zweiten Anlauf unmittelbar vor dem Abschluss. Für die Unterzeichnung des Kaufvertrags mit der chinesischen HNA-Gruppe und ihrem deutschen Partner ADC bei einem Notar hat Rheinland-Pfalz den heutigen Mittwoch und morgigen Donnerstag ins Auge gefasst. Bei der Beurkundung wird der gesamte Text verlesen und mit den Vertragspartnern erläutert.

Dabei soll der rheinland-pfälzische Anteil von 82,5 Prozent an die chinesische Luftverkehrsgesellschaft HNA mit ihrer Tochter HNA Airport Group gehen. Im Gespräch ist ein Preis von rund 15 Millionen Euro für den Airport, der bislang einen jährlichen Verlust um die 16 oder 17 Millionen Euro ausweist. Die pfälzische ADC GmbH, bei der Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Siegfried Englert Mitgesellschafter ist, will vorerst den hessischen Anteil von 17,5 Prozent übernehmen. Hierfür dürfte der Preis im niedrigen siebenstelligen Bereich liegen.

HNA stieg kürzlich auch als Großaktionär mit gut drei Prozent bei der Deutschen Bank ein. Er wolle dort ein "Anker-Aktionär" sein, teilte der chinesische Konzern mit, der unter anderem in der Luftfahrt, im Tourismus und im Immobiliengeschäft aktiv ist. ADC-Mitgesellschafter Englert sagte, das unterstreiche das ernsthafte Interesse von HNA an einem hiesigen Engagement: "Was der Deutschen Bank guttut, tut auch dem Flughafen Hahn gut."



Der Eigentümerwechsel bei dem Hunsrück-Airport wird allerdings erst in mehreren Wochen erwartet - voraussichtlich im April. Zuerst muss noch der Landtag von Rheinland-Pfalz ein Gesetz zum Verkauf des Flughafens Hahn verabschieden. Zudem befindet die Brüsseler EU-Kommission über die dem Käufer zustehenden Beihilfen für den Flughafenbetrieb und Investitionen.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) versicherte kürzlich: "Ein Scheitern wie im letzten Jahr im Juli wird es nicht geben, weil wir erst unterschreiben werden, wenn das Geld auf dem Konto ist." Damals platzte der Verkauf des Flughafens an die chinesische Firma Shanghai Yiqian Trading (SYT) spektakulär wegen mutmaßlichen Betrugs. Jetzt beim zweiten Anlauf machte sich Lewentz selbst ein Bild vor Ort bei einem Besuch von HNA in China und zog danach eine positive Bilanz.