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Befreiungsschlag für Krisen-Airport?
Flughafen Hahn plant von Sommer 2020 an Passagierflüge nach China

  Eine Boeing 737 der irischen Ryanair steht vor dem Tower des Flughafens Hahn. Der defizitäre Hunsrück-Airport Hahn kommt nicht aus den Turbulenzen. Ursprünglich für dieses Jahr angekündigten Passagierflüge nach China wurden auf den Sommer 2020 verschoben.
 Eine Boeing 737 der irischen Ryanair steht vor dem Tower des Flughafens Hahn. Der defizitäre Hunsrück-Airport Hahn kommt nicht aus den Turbulenzen. Ursprünglich für dieses Jahr angekündigten Passagierflüge nach China wurden auf den Sommer 2020 verschoben. FOTO: dpa / Thomas Frey
Hahn. (dpa) Der abgelegene Hunsrück-Airport Hahn ist schon länger flügellahm. Neue Passagierflüge nach Asien sollen ihm Auftrieb geben. Ein Minister hat schon im Reich der Mitte darüber gesprochen.

Der ursprünglich noch für dieses Jahr angekündigte Start regelmäßiger Passagierflüge vom Hunsrück-Flughafen Hahn nach China soll sich bis zum Sommer 2020 verschieben. „Das ist nicht ganz einfach“, sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, der Deutschen Presse-Agentur. Noch sei viel Vorbereitung nötig. Unklar sei auch noch die Zahl der wöchentlichen Passagierflüge zwischen dem Hunsrück und dem Reich der Mitte.

Nach dpa-Informationen sprach der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) kürzlich in China unter anderem mit dem dortigen Mischkonzern HNA, der 82,5 Prozent der Anteile am defizitären Flughafen Hahn hält. Wissings Ministerium in Mainz äußerte sich dazu nicht. Das Bundesland Hessen hält die restlichen 17,5 Prozent am einzigen größeren Airport in Rheinland-Pfalz.



Unterdessen ging das Passagier- und das Frachtgeschäft am abgelegenen Flughafen Hahn weiter zurück. Die Zahl der Fluggäste sank in den ersten neun Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,1 Prozent auf 1 200 912, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht. Das war unter mehr als 20 größeren Airports in Deutschland der zweithöchste prozentuale Rückgang nach dem Flughafen Erfurt-Weimar. Der irische Platzhirsch im Hahn-Passagiergeschäft, Ryanair, hatte in den vergangenen Jahren sein Angebot im Hunsrück teils auf benachbarte Airports verlagert.

Zugleich verringerte sich in den ersten neun Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum das Frachtgeschäft am Hahn um 8,6 Prozent auf 119 769 Tonnen. Hier verbuchten allerdings etliche andere deutsche Flughäfen noch stärkere Rückgänge. Hahn-Manager Goetzmann verwies auf die eingetrübte Weltkonjunktur, sprach aber auch von neu gewonnenen Frachtrouten in den Hunsrück.

Zum Ankurbeln des Passagiergeschäfts vermarktet der Airport nun laut Goetzmann auch selbst Fahrten in Zubringerbussen. „Als Einführungsangebot können Sie zum Beispiel für fünf Euro von Offenbach zum Hahn fahren.“ Der Flughafen habe damit ein Busunternehmen beauftragt.

(dpa)