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Lagebericht für Geschäftsjahr
Flughafen Hahn meldet Fehlbetrag von 17,2 Millionen

Hahn. Der ehemalige US-Fliegerhorst kämpft weiter mit Verlusten. Bis 2024 will er in die schwarzen Zahlen kommen.

Der Hunsrück-Flughafen Hahn hat 2017 einen Fehlbetrag von 17,2 Millionen Euro verbucht – nach 14,1 Millionen Euro im Vorjahr. Für 2018 hat er einen Verlust von 12,5 Millionen Euro eingeplant. Das geht aus seinem Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 im Bundesanzeiger hervor. Die Kennzahlen für 2018 sind noch nicht bekannt. Die Zahl der Beschäftigten lag Ende 2017 bei 296 – nach 316 ein Jahr zuvor. Der Lagebericht von Hahn-Geschäftsführer Hexin Wang vom 19. Juni 2018 wurde erst kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Flughafen Hahn wollte dazu allerdings keine aktuelle Stellungnahme abgeben.

Seine Liquidität ist laut Wangs Einschätzung mit der chinesischen Mehrheitsgesellschafterin HNA Airport Group GmbH gesichert. Es gebe einen Gesellschafterdarlehensvertrag. HNA hält 82,5 Prozent der Hahn-Anteile, das Land Hessen noch 17,5 Prozent.

Wang verwies auf die Planung des Flughafens, die angesichts des gewachsenen Frachtgeschäfts und eines „Zukunftsprogramms“ davon ausgehe, „dass bis zum Jahr 2024 ein positives Jahresergebnis erreicht werden kann“. Die Passagierzahlen sind allerdings deutlich gesunken. Laut den Leitlinien der EU-Kommission sind staatliche Subventionen zum laufenden Betrieb von Flughäfen nur noch bis 2024 möglich. Derzeit unterstützt das Land Rheinland-Pfalz den abgelegenen Airport Hahn finanziell. 2017 hatte es seine Anteile an HNA verkauft.



Geschäftsführer Wang übt in seinem Lagebericht auch Kritik: „Ein großes Problem bei der Kundenakquisition im Frachtbereich bleibt weiterhin die rigide Verkehrsrechtepolitik des Luftfahrt-Bundesamtes. Dies führt dazu, dass sowohl Linien- als auch Charterverkehre in das benachbarte Ausland Belgien, Niederlande oder Luxemburg, wo die Genehmigungen wesentlich flexibler und offener gehandhabt werden, ausweichen.“

Die Gewinnung neuer Frachtfluggesellschaften aus China erscheint laut Wang mit einem Mehrheitseigner aus demselben Land zwar einfacher zu sein. Dennoch „spricht man auch hier durch die Verkehrsrechtepolitik lediglich von einem Verdrängungswettbewerb unter den deutschen Flughäfen“, erklärte der Geschäftsführer.

(dpa)