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Für Vertretungslehrer
Ferienbezahlung kostet 2,5 Millionen extra

Vertretungslehrer sollen auch in den Ferien Geld bekommen.
Vertretungslehrer sollen auch in den Ferien Geld bekommen. FOTO: picture-alliance/ dpa / Patrick Seeger
Mainz. Viele Jahre haben Lehrergewerkschaften und Opposition in Rheinland-Pfalz kritisiert, dass einige Vertretungslehrer während der Sommerferien kein Geld bekommen. Das ist nun bald Vergangenheit.

(dpa) Das Land Rheinland-Pfalz gibt künftig rund 2,5 Millionen Euro dafür aus, dass alle Vertretungslehrer über die Sommerferien hinweg bezahlt werden. Diese Mehrausgaben müssten im Ministeriumshaushalt kompensiert werden, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) gestern in Mainz. Der Schritt schaffe mehr Planungssicherheit für diese Lehrer und trage dazu bei, dass Rheinland-Pfalz als Land attraktiv für Lehrkräfte bleibe.

Die neue Regelung solle ab 2019 gelten für alle Lehrer, deren Vertrag vor dem 1. März abgeschlossen wurde und die bis zum Ende des Schuljahres unterrichten, erklärte die Ministerin. Rund 1000 Lehrer dürften davon profitieren. Nach ihren Angaben gab es im vergangenen Sommer rund 2600 Vertretungslehrer in Rheinland-Pfalz. Davon hätten etwa 1000 während der Sommerferien kein Geld bekommen. Die Hälfte sei nach den Ferien auf eine Planstelle gewechselt oder in den Vorbereitungsdienst gewechselt, den an das Studium anschließenden Ausbildungsteil. Die andere Hälfte der 1000 habe hierzulande keinen Anschlussvertrag gehabt.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte die am Vortag bekannt gewordene Entscheidung als richtig bezeichnet. Sie trage dazu bei, dringend benötigte Lehrkräfte im Land zu halten. Als weitere Maßnahme forderte die GEW, den Vertretungspool weiter auszubauen. Dazu sagte Hubig am Donnerstag, dieser solle von derzeit rund 1100 bis Februar 2020 auf 1350 Lehrer erweitert werden.



Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) teilte mit, schon jetzt sei es gängige Praxis, dass die meisten Verträge bis zum 30. September eines Jahres, also über die Sommerferien hinweg, geschlossen werden. „Statt Vertretungsverträge scheinbar aufzuwerten, sollten endlich mehr Planstellen geschaffen werden“, forderte Landeschef Gerhard Bold. Bildungsministerin Hubig entgegnete, die Zahl der Planstellen bemesse sich nun einmal an den Schülerzahlen. Es sei ein Anliegen der Regierung, die Vertretungsverträge zu reduzieren. Ganz ohne sie gehe es aber nicht.

(dpa)