| 22:20 Uhr

Evangelische Kirche rechnet mit weniger Kirchensteuer

Bad Dürkheim. Die Evangelische Kirche der Pfalz muss sparen. Sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer stehen höhere Personalausgaben gegenüber. Bis 2022 werde sich das Haushaltsdefizit auf rund elf Millionen Euro belaufen, hieß es bei der Tagung der Synode am Freitag in Bad Dürkheim . Man werde sich in den nächsten Jahren mit einem weiteren Einsparprogramm auseinandersetzen müssen. Zuvor hatte die Synode eine Resolution verabschiedet, die sich mit der Rolle der Landeskirche in der NS-Zeit auseinandersetzt. Agentur

Die Evangelische Kirche der Pfalz muss sparen. Sinkende Einnahmen aus der Kirchensteuer stehen höhere Personalausgaben gegenüber. Bis 2022 werde sich das Haushaltsdefizit auf rund elf Millionen Euro belaufen, hieß es bei der Tagung der Synode am Freitag in Bad Dürkheim . Man werde sich in den nächsten Jahren mit einem weiteren Einsparprogramm auseinandersetzen müssen. Zuvor hatte die Synode eine Resolution verabschiedet, die sich mit der Rolle der Landeskirche in der NS-Zeit auseinandersetzt.

Für 2016 rechnet Oberkirchenrätin Karin Kessel mit rund 118 Millionen Euro Kirchensteuereinnahmen. Ab 2017 werden diese voraussichtlich um 0,5 Prozent pro Jahr sinken. 2022 stehen dann nur noch 115 Millionen Euro auf der Habenseite. Das reicht gerade, um die Personalkosten zu decken, die der Prognose zufolge auf 106 Millionen Euro steigen. Höhere Ausgaben erwartet Kessel auch für Kindertagesstätten.

In der mittelfristigen Finanzplanung der Synode von 2017 bis 2022 sind jährliche Mehrausgaben von rund 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Sie fließen unter anderem in die Flüchtlingshilfe, aber auch in Jubiläumsfeierlichkeiten wie etwa 500 Jahre Reformation. In einer Resolution setzt sich die Synode kritisch mit ihrer Rolle im NS-Staat auseinander. Von individuellem, kollektivem und institutionellem Versagen ist in dem Text die Rede. Es habe in der Pfalz keinen öffentlichen Widerspruch gegen die Entrechtung, Deportation und Ermordung von Juden gegeben.



Deshalb sei es heute die Verpflichtung der Landeskirche, sich für das Lebensrecht und die Würde aller Menschen einzusetzen, hieß es. Auch dem heute aufkommenden Rechtspopulismus müsse entgegengetreten werden.