| 22:22 Uhr

Rennstrecke zu billig veräußert?
EU-Gericht befasst sich mit Verkauf des Nürburgrings

Luxemburg/Nürburg. Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg soll klären, ob der Nürburgring zu billig verkauft worden ist. In mündlicher Verhandlung geht es am 30. Januar um eine jahrealte Klage des unterlegenen Bieters Nexovation. Beklagte ist nach Angaben des Gerichts die Europäische Kommission.

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg soll klären, ob der Nürburgring zu billig verkauft worden ist. In mündlicher Verhandlung geht es am 30. Januar um eine jahrealte Klage des unterlegenen Bieters Nexovation. Beklagte ist nach Angaben des Gerichts die Europäische Kommission.

Die EU-Kommission hatte 2014 den Verkauf des bis dahin staatlichen und subventionierten Nürburgrings an den Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn für 77 Millionen Euro akzeptiert: Der Deal verstoße nicht gegen das Beihilferecht. Das Technologie-Unternehmen Nexovation mit Sitz in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee bemängelt jedoch, dass das Verkaufserfahren nicht offen, transparent und diskriminierungsfrei gewesen sei. Damit sei es unrechtmäßig. Capricorn-Chef Robertino Wild ist mittlerweile am Nürburgring nicht mehr beteiligt, seine Mehrheitsanteile an der Besitzgesellschaft hat eine Holding um den russischen Unternehmer Viktor Charitonin erworben.

Eine gerichtliche Entscheidung wird in Luxemburg nicht gleich am 30. Januar, sondern erst in mehreren Wochen erwartet. Das EU-Gericht ist in diesem Fall die erste Instanz des Europäischen Gerichtshofs.



Geklagt hat auch der Verein „Ja zum Nürburgring“ – er hält den Verkauf der Rennstrecke ebenfalls für intransparent. Vereinssprecher Dieter Weidenbrück sagte am Freitag, in diesem Fall sei noch kein Termin beim Gericht der EU bekannt.

(dpa)