| 22:12 Uhr

Pilotprojekt zur Erprobung ausgelaufen
Elektroschockwaffen bei Polizei haben sich bewährt

Ein Distanz-Elektroimpulsgerät, auch Taser genannt.
Ein Distanz-Elektroimpulsgerät, auch Taser genannt. FOTO: Daniel Karmann / dpa
Trier. Ein Jahr haben Trierer Polizisten getestet, ob Elektroschockpistolen im Streifendienst Sinn machen. Ja, heißt das Fazit.

Nach einem einjährigen landesweiten Pilotprojekt zur Erprobung von Elektroschockpistolen im Streifendienst zieht die Trierer Polizei eine positive Bilanz. Die sogenannten Taser hätten bei Einsätzen mit aggressiven Gewalttätern zu einer schnellen Entschärfung der Situation geführt, ohne dass jemand verletzt wurde, sagte der Leiter der Polizeidirektion Trier, Ralf Krämer, gestern der Deutschen Presse-Agentur. Im Jahr des Projektes, das am Montagabend ausgelaufen ist, habe es gut zwei Dutzend Einsätze gegeben, in denen Beamte die Waffe eingesetzt oder mit ihr gedroht hätten. „Ich hoffe, dass die positiven Erfahrungen dazu führen, dass in der Politik die Weichen gestellt werden für das neue Einsatzmittel“, sagte Polizeichef Krämer weiter.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung macht die flächendeckende Einführung von den Ergebnissen des Trierer Pilottests abhängig. Nach Einschätzung von Krämer könnten Taser „sehr zügig“ eingeführt werden. „Es ist eine Ergänzung in den Einsatzmitteln der Polizei.“ Spezialeinheiten der Polizei arbeiten in Rheinland-Pfalz schon länger damit. In mehr als 70 Prozent der Fälle habe bereits die Androhung ausgereicht, um Täter zu beschwichtigten, sagte Krämer. In den übrigen Fällen sei aus der Distanz „getasert“ oder die Waffe direkt am Körper angewandt worden. Die genauen Einsatzzahlen wollte Krämer, der die Landesarbeitsgruppe zum „Distanz-Elektroimplusgerät“ leitet, am Freitag dem Innenministerium in einem Abschlussbericht vorlegen.

Mit einer Elektroschockpistole wird ein Täter mehrere Sekunden lang handlungsunfähig gemacht. Zwei mit Drähten verbundene Pfeile werden in den Brustbereich gezielt – über die Drähte werden dann elektrische Impulse auf den Körper übertragen. Größere Verletzungen durch den Taser, wie die Waffe nach einer Herstellerfirma genannt wird, seien nicht registriert worden, hieß es dazu. Der Pilottest wurde ärztlich begleitet. Zudem wird es von der Universität Trier eine wissenschaftliche Auswertung geben.



Sinn mache der Taser vor allem in Situationen, wenn ein Täter „sehr aggressiv“ und „sehr aufgeputscht“ in der Regel unter Drogen- und Alkoholeinfluss stehe, sagte Krämer, der von 2011 bis 2016 das Spezialeinsatzkommando (SEK) Rheinland-Pfalz geleitet hat. Aber auch in „Lagen“ mit gefährlichen Gegenständen, beispielsweise, wenn jemand mit einem Messer hantiere. Für den Einsatz des Taser sollten Polizisten zwei Tage ausgebildet werden, sagte der 50-Jährige. Bei der Trierer Polizei seien mehr als 100 Beamte geschult, die auch weiterhin die Elektroschockpistolen nutzen. „Wir machen nun quasi einen erweiterten Pilotbetrieb und erfassen die Einsätze auch weiter.“

(dpa)