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Dreyer verurteilt Brandstiftung

Feuerwehrleute löschen den Brand in der Binger Flüchtlingsunterkunft. Ein in dem Haus lebender Syrer hat sich mittlerweile dazu bekannt, das Feuer gelegt zu haben. Foto: Thorsten Gerhardt/dpa
Feuerwehrleute löschen den Brand in der Binger Flüchtlingsunterkunft. Ein in dem Haus lebender Syrer hat sich mittlerweile dazu bekannt, das Feuer gelegt zu haben. Foto: Thorsten Gerhardt/dpa FOTO: Thorsten Gerhardt/dpa
Bingen. Nach dem Brand eines Flüchtlingsheimes bei Bingen sprach die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer von Hinweisen auf eine rechtsmotivierte Tat. Dann stellt sich heraus: Ein Flüchtling war der Brandstifter. Darauf reagiert nun die Regierungschefin. dpa-MitarbeiterOliver Riegen

Nach der Wendung im Fall eines brennenden Flüchtlingsheims in Bingen hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) die Tat eines Syrers scharf kritisiert. "Ich verurteile diese Straftat auf das Schärfste, da viele Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses in Gefahr geraten sind", teilte sie am gestrigen Montag auf Anfrage in Mainz mit. "Zunächst sprach vieles für eine fremdenfeindliche Straftat. Umso überraschter bin ich daher, dass es sich beim Täter um einen Flüchtling handelt." Nichts könne eine solche kriminelle Tat rechtfertigen.

Bei dem Brand in Bingen-Sponsheim waren in der Nacht zum Donnerstag vier Bewohner und zwei Feuerwehrleute verletzt worden. In dem Haus wohnten 25 Menschen: Deutsche, Saisonarbeiter und Flüchtlinge . Ein Mann aus Syrien, der dort ebenfalls untergebracht war, hatte die Tat nach Behördenangaben gestanden und als Motiv beengte Wohnverhältnisse und eine fehlende Zukunftsperspektive angegeben. Das Amtsgericht erließ Haftbefehl gegen ihn wegen schwerer Brandstiftung (wir berichteten).

Malu Dreyer hatte am vergangenen Donnerstag von einer neuen Dimension gesprochen und gesagt: "Natürlich können wir heute nicht absolut sagen, es ist tatsächlich eine rechtsmotivierte Straftat, aber es gibt viele Hinweise, die das befürchten lassen."

CDU-Landeschefin Julia Klöckner erklärte, selbst wenn brennende Flüchtlingsunterkünfte in den meisten Fällen auf fremdenfeindlich motivierte Taten zurückgingen, zeige der aktuelle Fall, dass reflexartige Festlegungen problematisch sein könnten. Der AfD-Landesvorsitzende Uwe Junge warf Dreyer "politische Instrumentalisierung" des Brandes vor, sie habe den Brandanschlag in der Binger Unterkunft mit "rechter Gewalt" in Verbindung gebracht.