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Dreyer kritisiert Kauder im Streit um Lohngleichheit von Frauen

Mainz. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) ärgert sich über Aussagen von Unionsfraktionschef Volker Kauder zum Einkommen von Frauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU ) müsse hier Stellung beziehen, forderte sie in Mainz . "Dass Frauen im 21. Jahrhundert immer noch dafür kämpfen müssen, für gleiche Arbeit und Leistung genauso bezahlt zu werden, wie männliche Kollegen, ist ein Skandal", teilte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur mit.Hintergrund sind Berichte, wonach Kauder bei dem von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD ) geplanten Gesetz für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen angeblich auf die Bremse tritt. Agentur

Laut "Spiegel" soll er SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann gesagt haben: "In diesem Jahr wird das nichts mehr". Dem hatte eine Sprecherin der Unionsfraktion widersprochen: "Wir blockieren nichts." Das Gesetzesvorhaben werde umgesetzt. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi warf Kauder eine rückwärtsgewandte und gegen Frauen gerichtete Politik vor. "Eine solche Altherrenpolitik muss auch die Frauen in der Union empören", sagte Fahimi in Berlin.

Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. "Das ist ein Skandal", sagte Fahimi. Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf festgelegt, diese Entwicklung abzumildern. Dort heißt es: "Die Koalitionspartner sind sich einig, dass die bestehende Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen nicht zu akzeptieren ist."

Dreyer kritisierte: "Landauf und landab wurden in der vergangenen Woche von allen Parteien, auch der CDU , die Errungenschaften der Gleichberechtigung am Weltfrauentag gefeiert und gepriesen, und noch keine Woche später scheinen das nur Sonntagsreden gewesen zu sein."