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Existenzängste bei Landwirten
Rekord-Dürre erwartet: Bauern rufen nach Hilfe

mainz. Im Juli könnte es eine Rekord-Dürre geben. Bauern bitten die Landesregierung um Hilfe. Bundesministerin Klöckner plant Wieder-aufforstungsprogramm. Von Rolf Seydewitz

Wegen der extremen Trockenheit der vergangenen Wochen zeichnen sich erste Konsequenzen ab: Die rheinland-pfälzischen Landwirte  rechnen mit deutlichen Ertragseinbußen beim Getreide. Damit könnten die Viehbetriebe bald unter Futtermangel leiden, sagt Bauernpräsident  Michael Horper. Der Eifeler fordert die Landesregierung auf, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesenen Brachen umgehend mähen oder beweiden zu dürfen. Dies könne zur Entschärfung der hoch angespannten Futtersituation beitragen, sagte Horper unserer Zeitungsgruppe.

Große Schäden haben die langanhaltenden Trockenperioden auch im Wald verursacht. Dürre, Waldbrände, Sturmschäden und Borkenkäfer hätten dem Wald in den zurückliegenden Jahren extrem zugesetzt, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei einem Gespräch mit unserer Zeitungsgruppe. Die CDU-Politikerin kündigte an,  ein großes Wiederaufforstungsprogramm auch für Privatwaldbesitzer aufzulegen. In den nächsten Jahren müssten über 100 Millionen Bäume aufgeforstet werden.

Das Beunruhigende an der gegenwärtigen Trockenperiode: Es ist keine Änderung in Sicht. „Deutschland trocknet im Sommer buchstäblich aus“, sagt der Meteorologe Dominik Jung unter Verweis auf Prognosen des amerikanischen Wetterdienstes NOAA. Danach könnte das Dürre-Jahr 2019 noch extremer werden als das Dürre-Jahr 2018. „Deutschland könnte das Trockenloch Europas werden“, sagt Jung. Es sei mit großen Schäden in der Natur und in der Landwirtschaft zu rechnen.



Nach Einschätzung des Umweltbundesamts könnte die anhaltende Trockenheit mittelfristig auch in Deutschland zu Problemen bei der Wasserversorgung führen. „Häufigere trockene Sommer bedeuten auch, dass sich voraussichtlich mehr Nutzer um die Ressource Wasser streiten werden“, sagte Wasserexperte Jörg Rechenberg.