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Mitgliederentwicklung der Parteien
Die SPD verliert Mitglieder, Grüne legen deutlich zu

Mainz. Die Mitgliederzahlen bei den Parteien spiegeln ihre Attraktivität wider. Bei den großen Parteien schrumpft die Basis schon seit einiger Zeit. Die FDP Rheinland-Pfalz rutscht auf den vierten Platz.

Die Basis bröckelt bei den Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz. Von allen Parteien büßte die SPD im vergangenen Jahr nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur die meisten Mitglieder ein, während die Grünen den größten Sprung nach vorn machten. Diese sind jetzt nach Zahl der Mitglieder die drittstärkste Partei. Die FDP muss sich nun mit dem vierten Platz im Land begnügen.

Mitgliederstärkste Partei sind in Rheinland-Pfalz weiter die Christdemokraten. Deren Einbußen hielten sich 2019 in Grenzen. Nachdem es 2018 noch einen Rückgang um 2,3 Prozent gab, waren es im vergangenen Jahr bis Ende November lediglich 0,9 Prozent. Zum 30. November 2019 zählte die CDU Rheinland-Pfalz 38 754 Mitglieder. In den elf Monaten zuvor gab es 1482 Abgänge, darunter 986 Austritte, und 1141 Eintritte.

Die SPD Rheinland-Pfalz gab ihre Mitgliederzahl für Ende November 2019 mit 33 775 an. Das bedeutet einen Rückgang um etwa 3,5 Prozent binnen Jahresfrist. Ein Jahr zuvor waren es 2,9 Prozent. In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres erklärten 1487 SPD-Mitglieder ihren Austritt, außerdem starben 521 Mitglieder. In der gleichen Zeit gab es 1038 Neueintritte.



„Um trotz sinkender Mitgliederzahlen flächendeckend den Nachwuchs für politische Mandate sicherzustellen, hat der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr eine eigene Parteischule mit Nachwuchsakademie ins Leben gerufen“, erklärte ein Parteisprecher. „Junge und ältere Genossinnen und Genossen“ sollten dort in die Lage versetzt werden, politische Verantwortung zu übernehmen. „Unser erklärtes Ziel dabei ist es auch, die SPD jünger, weiblicher und bunter aufzustellen.“

Für die Grünen in Rheinland-Pfalz herrschte das ganze vergangene Jahr über Frühling. Nicht nur in den Umfragen ging es nach oben. Auch die Mitgliederzahl stieg um fast ein Drittel (29 Prozent) auf 4516 (Stand 19. Dezember). Die Partei registrierte 1181 Eintritte bei 201 Austritten.

Die Grünen verwiesen damit die FDP auf den vierten Platz. Einen Mitgliedsausweis der Liberalen hatten zum vergangenen Jahreswechsel 4429 Rheinland-Pfälzer. Das bedeutet per Saldo einen kleinen Zuwachs von 0,4 Prozent in zwölf Monaten.

Bei der AfD ist die Mitgliederzahl leicht gestiegen, nachdem es 2018 noch einen kräftigen Zuwachs von 23,5 Prozent gab. Bei 151 Austritten wurden 385 neue Mitglieder aufgenommen. Den aktuellen Mitgliederstand gibt die Partei mit 2262 an.

Die nicht im Landtag vertretene Linkspartei hatte zum Jahreswechsel 1825 Mitglieder. Das waren 3,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.