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Ländervergleich zu internationalen Bildungsindikatoren
Rheinland-Pfalz gibt relativ wenig für Bildung aus

Bad Ems. Ein Ländervergleich zeigt Licht und Schatten in der rheinland-pfälzischen Bildungslandschaft. Bei den Bildungsausgaben investieren nur drei Bundesländer weniger Geld als Rheinland-Pfalz.

Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz haben bundesweit die kleinsten Klassen – in den weiterführenden Schulen geht es aber beengter zu. Dies geht aus einem Ländervergleich zu internationalen Bildungsindikatoren im Jahr 2016 hervor, wie das Statistische Landesamt gestern mitteilte. Bei den Ausgaben für die Bildung rangiert Rheinland-Pfalz demnach mit durchschnittlich 8700 Euro pro Schüler und Student im unteren Mittelfeld der Bundesländer.

In der Grundschule werden im Schnitt 18,5 Kinder in einer Klasse unterricht – verglichen mit einem Bundesdurchschnitt von 20,8 und einem Schnitt von 21,3 in allen 36 OECD-Staaten. In der Sekundarstufe I, also in der Regel die Klassen 5 bis 9, besuchen 24,5 Schüler eine Klasse. Nur in Nordrhein-Westfalen gibt es hier noch vollere Klassen. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 24,0 – in der OECD sind es sogar nur 22,9.

Wie viel Geld steckt Rheinland-Pfalz in die Bildung? Von der Grundschule bis zur Hochschule sind das 8700 Euro für jeden unterrichteten Menschen. Das ist nur Platz 13 der 16 Bundesländer und unter dem bundesweiten Schnitt von 9500 Euro. Am größten ist der Abstand zum Bundesschnitt bei den Ausgaben pro Kopf der Studierenden: 11 300 Euro in Rheinland-Pfalz und 13 300 deutschlandweit. Hingegen liegen die Ausgaben an der Grundschule mit 6700 Euro pro Kind genau im Bundesschnitt und auch im Schnitt aller OECD-Staaten.



Die Koalitionsregierung in Rheinland-Pfalz hat sich das Ziel gesetzt, mehr männliche Erzieher in die Kindergärten zu bringen. Nach den Daten von 2016 waren 97 Prozent der pädagogischen Fachkräfte Frauen – bei einem Bundesschnitt von 96,2 Prozent. An den Grundschulen stellen Lehrerinnen einen Anteil von 86,7 Prozent – das ist nahe am Bundesschnitt von 87,1 Prozent. Erst in der Sekundarstufe I kommen mehr Männer ins Spiel – dort sinkt der Frauenanteil auf 63,9 Prozent, bundesweit sind es 66,7 Prozent. In der Oberstufe gibt es mit einem Frauenanteil von 50,1 Prozent bei den Lehrkräften ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis (bundesweit 53,8 Prozent). Mehr Männer als Frauen gibt es an den Hochschulen: Dort liegt der Frauenanteil bei lediglich 39,8 Prozent, im Bundesschnitt sind es 39,1 Prozent und in der OECD immerhin 43,0 Prozent.

Laut Studie haben 16 Prozent der Rheinland-Pfälzer einen Schulabschluss bis zur Sekundarstufe I. Mit 46 Prozent an Absolventen der Sekundarstufe II liegt Rheinland-Pfalz genau im Bundesschnitt. Einen akademischen Abschluss können 26 Prozent vorweisen; bundesweit sind es 29 Prozent.

(dpa)