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Die großen Parteien büßen Mitglieder ein

 Aufnahmeanträge der Parteien (von links) Linke, SPD, CDU, Grüne und FDP: Die meisten Parteien in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr aber Mitglieder verloren. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Aufnahmeanträge der Parteien (von links) Linke, SPD, CDU, Grüne und FDP: Die meisten Parteien in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr aber Mitglieder verloren. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa FOTO: Daniel Bockwoldt/dpa
Mainz. Die meisten Landtagsparteien in Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr Mitglieder verloren. Das Ausmaß ist allerdings unterschiedlich. Es gibt aber auch Parteien mit einem Plus unter dem Strich. dpa-Mitabeiter Oliver Riegen

CDU und SPD in Rheinland-Pfalz verlieren weiterhin Mitglieder - obwohl zuletzt zahlreiche neue hinzugekommen sind. Auch die FDP hat innerhalb des vergangenen Jahres an Mitgliedern eingebüßt, allerdings nur leicht. Dagegen legten AfD und Grüne bei den Mitgliederzahlen zu, wie eine aktuelle Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Die CDU zählte zum Jahresende 2016 rund 41 000 Mitglieder. Ein Jahr zuvor waren es rund 43 500 Mitglieder gewesen. Generalsekretär Patrick Schnieder freut sich dennoch: "Die CDU Rheinland-Pfalz hat in diesem Jahr rund 1000 neue Mitglieder gewonnen - jüngere und ältere Rheinland-Pfälzer, vom Schüler bis zum Rentner, aus allen Regionen des Landes", teilte Schnieder mit. Die Union bleibe die mitgliederstärkste Partei in Rheinland-Pfalz.

Die SPD registrierte zum Jahresende nach vorläufiger Berechnung rund 36 700 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es etwa 38 000 gewesen. Allein im Zeitraum von der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November bis Mitte Dezember konnten die Sozialdemokraten aber nach eigenen Angaben etwa 200 Neueintritte vermelden. "Wir sind sehr froh, dass wir diesen Trump-Effekt spüren konnten", sagte Sprecherin Sonja Bräuer. Hinzugekommen seien vor allem Jüngere.



Die FDP kam Ende 2016 auf 4029 Mitglieder, ein Jahr zuvor zählte sie 4066. Dennoch: Die Bilanz falle sehr positiv aus, erklärte Sprecher Hermann Wiest. Die Liberalen hätten mehr und jüngere Mitglieder für sich gewinnen können und die Zahl der Austritte minimiert. Die FDP begrüßte vergangenes Jahr 172 neue Mitglieder. 154 Mitglieder verließen im selben Zeitraum die Partei.

Die Grünen verbuchten ein leichtes Plus: Sie zählten Ende vergangenen Jahres 3042 Mitglieder, ein Jahr zuvor waren es 3030. "Derzeit verzeichnen wir in Rheinland-Pfalz ein weiteres Mitgliederhoch", erklärten die Landesvorsitzenden Katharina Binz und Josef Winkler in einer gemeinsamen Mitteilung. 156 Neueintritte hätten die Grünen im vergangenen Jahr registriert. "Damit liegen wir in Rheinland-Pfalz sogar über dem Bundestrend."

Das größte prozentuale Mitgliederplus meldet die AfD: Sie hatte Ende vergangenen Jahres genau 1617 Mitglieder, ein Jahr davor waren es 972 - das entspricht einem Zuwachs von rund zwei Dritteln.

Wenn die Zahl der Mitglieder bei einer Partei sinkt, kann das durch Todesfälle, Wegzüge und Austritte zustandekommen. Im vergangenen Jahr war in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt worden.