| 22:40 Uhr

Kommentar
Die Genossen im Land senden Signal

Es ist symptomatisch, dass ausgerechnet ein rein äußerlich so gar nicht in das Bild eines aufmüpfigen Jungsozialisten passender 17-Jähriger den Parteitag der rheinland-pfälzischen SPD in Wittlich rockt.

Er spricht den gebeutelten Genossen deutlicher aus dem Herzen, reißt sie mehr mit, als der Landeschef Roger Lewentz. Es sind Leute wie Jeremias Thiel aus Kaiserslautern, die die Sozialdemokraten brauchen. Nicht nur im Land, vor allem im Bund. Dort haftet ihnen das Vorurteil an, abgehoben zu sein, nicht mehr zu wissen, was die Parteibasis wirklich bewegt. Und das führt dazu, dass keiner mehr weiß, wofür sie eigentlich stehen.

Die rheinland-pfälzischen Genossen fordern daher zu Recht eine deutliche Kurskorrektur, eine Rückbesinnung auf die alte SPD. Malu Dreyer, die heimliche Parteivorsitzende im Land, schickt dieses Signal von ihrer Heimatbasis nach Berlin. Ihre Botschaft: Von mir könnt ihr lernen, wie man eine Partei zusammenhält, wie man sozialdemokratische Politik macht. Eine klare Bewerbung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin als künftige Chefin der Bundes-SPD.