| 23:10 Uhr

Frankfurt setzt Hunsrück-Airport zu
Der Flughafen Hahn kämpft ums Überleben

Hahn. Der Hahn kann vom Frachtgeschäft alleine nicht leben, warnen Beobachter. Wirtschaftsminister Wissing will in China neue Investoren werben.

Der Hahn befindet sich weiter im Sinkflug. Davon ist der Flughafenplaner Dieter Faulenbach überzeugt. Der Offenbacher geht im Gespräch mit unserer Zeitungsgruppe davon aus, dass sich der Billigflieger Ryanair in Raten vom Hahn verabschiedet. „Nach meiner Einschätzung wird Ryanair mit Vergünstigungen in Frankfurt ,gepampert’, um sich dauerhaft vom Flughafen Hahn zurückzuziehen“, sagt Faulenbach. Er nehme an, dass der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport den Hahn „plattmachen“ wolle.

Alleine über die Fracht könne der Hunsrück-Flughafen keine Gewinne erwirtschaften. Die Fracht am Hahn wuchs zwar im vergangenen Jahr um 41,6 Prozent auf fast 180 000 Tonnen.

Laut Faulenbach reicht die Größenordnung aber bei weitem nicht aus, um einen Flughafen in die schwarzen Zahlen zu führen. Er sehe auch ein weiteres wirtschaftliches Risiko, wenn die Zahl der Passagiere unter die Zwei-Millionen-Marke falle.



Die Zahl an Fluggästen – 2081 waren es rund 2,1 Millionen – dürfte am Hahn drastisch fallen. Ryanair hat in dieser Woche erklärt, Flugziele vom und zum Hunsrück fast um die Hälfte zu streichen (wir berichteten). Rund 2000 Arbeitsplätze sollen in der Region an dem Hunsrück-Flughafen hängen.

Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) gibt den Airport nicht auf. Im Gespräch mit unserer Zeitungsgruppe sagte Wissing, er werde im Herbst nach Hainan – Sitz von Hahn-Hauptanteilseigner HNA – fliegen, um dort über die Ansiedlung von Firmen im Hunsrück zu sprechen. „Wir haben unseren Landeswerbefilm auch in chinesischer Sprache aufgelegt, werben für unser Land in China. Karl Marx und Trier kommen dort gut an“, sagt Wissing.