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Fast alle Planstellen für Lehrer besetzt
Das ist neu im neuen Schuljahr

Eine Lehrerin beim Mathematikunterricht. Rheinland-Pfalz stellt nach Worten von Bildungsministerin Stefanie Hubig zum Start des neuen Schuljahrs 994 Lehrer ein. Damit seinen nahezu alle Planstellen besetzt.
Eine Lehrerin beim Mathematikunterricht. Rheinland-Pfalz stellt nach Worten von Bildungsministerin Stefanie Hubig zum Start des neuen Schuljahrs 994 Lehrer ein. Damit seinen nahezu alle Planstellen besetzt. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Mainz. Zum neuen Schuljahr können in Rheinland-Pfalz fast alle Planstellen für Lehrer besetzt werden. Die Zahl der Schüler geht insgesamt leicht zurück. Zu den Schwerpunkten der Bildungspolitik gehören Digitalisierung, Ganztagsangebote und die Inklusion.

Am Montag geht in Rheinland-Pfalz die Schule wieder los, nur die Erstklässler haben noch einen Tag Schonzeit. Die Neuerungen zum neuen Schuljahr, vorgestellt am gestrigen Donnerstag von Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), auf einen Blick:

Gundschulen: Für 35 430 Kinder beginnt der Unterricht in der ersten Klasse, 537 mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt werden 139 300 Kinder an den Grundschulen unterrichtet. Ein Grundwortschatz gibt den Lehrerinnen eine neue Leitlinie zu den wichtigsten zu vermittelnden Wörtern. Im Unterricht soll auch mehr als bisher auf das gute Zuhören geachtet werden. Ein besonderer Fokus werde auf den Übergang von der Kita zur Grundschule gelegt, sagte Hubig.

Schüler: Insgesamt geht die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen weiter zurück, diesmal um 1565 oder 0,4 Prozent auf 409 800.



Lehrer: Zum neuen Schuljahr werden 994 Lehrkräfte eingestellt, womit nahezu alle Planstellen besetzt werden können. Von diesen haben 234 auch den Vorbereitungsdienst in Rheinland-Pfalz absolviert. 299 Lehrer hatten zuvor einen Vertretungsvertrag in Rheinland-Pfalz. Insgesamt unterrichten rund 41 000 hauptamtliche Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz.

Digitalisierung: Die Anbindung der Schulen ans schnelle Internet soll weiter verbessert werden, ebenso die Ausstattung der Schulen mit Hardware. Hierfür soll das Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ auch an den Grundschulen weiter ausgebaut werden. Schon in der Grundschule sollen Kinder an das Programmieren herangeführt werden. Dazu wird in diesem Jahr das Pilotprojekt „Coding Detectives“ gestartet, wobei der Lerncomputer Calliope verwendet wird. Im übernächsten Jahr soll der Schulcampus Rheinland-Pfalz als Online-Plattform auch für Lerninhalte starten.

Ganztagsschulen: Gut 79 Prozent der allgemeinbildenden Schulen unterstützen mit dem neuen Schuljahr ein ganztägiges Angebot. Acht Ganztagsschulen kommen neu dazu – fünf Grundschulen sowie jeweils eine Förderschule, eine Realschule plus und ein Gymnasium. Damit werde es für noch mehr Eltern möglich, Familie und Beruf zu vereinbaren, sagte Hubig.

Sprachförderung: Für das neue Schuljahr wurden 40 zusätzliche Planstellen für Sprachförderkräfte geschaffen. Auch bei rückläufigen Flüchtlingszahlen werde das Land mehr Geld in die Sprachförderung geben, sagte Hubig. In Kirn, Kusel, Kaiserslautern, Ludwigshafen und Saarburg soll es in diesem Schuljahr ein zusätzliches Angebot für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren geben. Auch nach dem Ende der Schulpflicht sollen Geflüchtete die Möglichkeit haben, über eine gezielte Sprachförderung zur Berufsreife zu gelangen.

Inklusion: In Ludwigshafen, Betzdorf, Bad Bergzabern und Mainz-Bretzenheim werden vier neue Schwerpunktschulen eingerichtet. Die Zahl dieser Schulen, an denen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden, steigt damit auf 296. Bei der Entscheidung zwischen Schwerpunkt- und Förderschule finden Eltern Unterstützung in Förder- und Beratungszentren, deren Zahl um sieben auf 23 erhöht wird. Dort können sich auch Lehrer beraten lassen.

Berufsschulen: An acht Berufsschulen startet in den elften Klassen erstmals ein Sport-Leistungskurs. Dieser ist auf Fachrichtungen wie Sportmedizin, Sport-Technik und Sport-Wirtschaft bezogen. In Trier wird ein neuer Bildungsgang für Holztechnik mit den Schwerpunkten Möbelbau und Raumausstattung eingerichtet. Die Zahl der Schüler an rheinland-pfälzischen Berufsschulen geht um 573 auf 119 500 zurück.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin
Stefanie Hubig.
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig. FOTO: picture alliance / dpa / Andreas Arnold