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DAK-Studie für Rheinland-Pfalz
Gut jeder vierte Minderjährige ist chronisch krank

  Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin  Sabine Bätzing-Lichten­thäler.    Foto: Arnold/dpa
Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin  Sabine Bätzing-Lichten­thäler. Foto: Arnold/dpa FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Viele junge Rheinland-Pfälzer sind einer Studie zufolge krank – nicht wenige sogar chronisch. Eine gesunde Lebensweise muss nach Ansicht von Fachleuten deshalb fest im Schulunterricht verankert werden.

Mehr als jedes vierte Kind in Rheinland-Pfalz ist einer DAK-Studie zufolge chronisch krank. Die Jungen und Mädchen im Alter von null bis 17 Jahren litten vor allem unter Erkrankungen der Atemwege, sagten die Studienmacher der Universität Bielefeld gestern in Mainz. Etwa jeder Zehnte habe zudem eine möglicherweise chronisch verlaufende psychische Erkrankung. Die Hochschule hat für die repräsentative Studie Daten von rund 37 000 Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2016 ausgewertet. Etwa 666 000 unter 18-Jährige lebten insgesamt im Bundesland.

Der Mainzer Kinder- und Jugendmediziner Fred Zepp forderte, eine gesunde Lebensweise müsse im Lehrplan der Schulen verankert werden. Entweder im Biologieunterricht oder als eigenes Fach. Prävention bedeute so zu leben, dass Gesundheit möglichst gut erhalten bleibe. „Wenn wir das versäumen, dann haben wir Erwachsene, die Erkrankungen entwickeln, chronische Erkrankungen zum Beispiel.“

Der Leiter der DAK-Landesvertretung, Michael Hübner, sieht auch die Mediziner in der Verantwortung. Laut der Studie bekam 2016 jedes dritte Kind mindestens einmal ein Antibiotikum verschrieben. „Wir sehen, dass die Verordnungsquoten in Rheinland-Pfalz teilweise deutlich höher sind als im Bundesgebiet.“ Zuviel Antibiotika können Zepp zufolge chronische Erkrankungen begünstigen.



Neben Atemwegserkrankungen traten bei den rheinland-pfälzischen Kindern und Jugendlichen dem Report zufolge noch andere Krankheiten häufiger auf. Dazu zählten unter anderem Infektionen, Neurodermitis und entzündliche Darmerkrankungen. Sechs Prozent aller Kinder ab zwölf Jahren hatten Rückenschmerzen – etwas mehr Mädchen als Jungen. Bei gut einem Prozent aller Kinder und Jugendlichen wurde eine Depression diagnostiziert. Am stärksten waren 17-jährige Mädchen betroffen. Insgesamt erkrankten Jungen etwas häufiger chronisch als Mädchen.

Außerdem gab es Unterschiede zwischen Stadt- und Landkindern: Vor allem bei krankhaftem Übergewicht und Zahnkaries waren städtische Kinder stärker betroffen als Gleichaltrige auf dem Land.

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte, fast 99 Prozent der Kinder in Rheinland-Pfalz gingen zu den regelmäßigen vorgeschriebenen Untersuchungen. Gerade Übergewicht sei ein wichtiges Thema und Prävention dabei das A und O. Eines von vier Netzwerken des mit 24 Millionen Euro ausgestatteten Präventionsgesetzes sei deshalb „Gesund aufwachsen“. Zudem solle die Verpflegung in den Kitas und Schulen des Landes gesünder werden.