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Initiative im Bundesrat
Coronavirus verschärft Engpass bei Arzneimitteln

 Gesundheits-  ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).  Foto: Möbus/dpa
Gesundheits- ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: Möbus/dpa FOTO: dpa / Dennis Möbus
Mainz. Rheinland-Pfalz und Hessen wollen heute im Bundesrat gemeinsam gegen Liefer- und Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln vorgehen.

Seit Monaten kommt es zu Lieferengpässen bei Arzneimitteln, darunter auch Antibiotika und Schmerzmittel (wir berichteten). Durch den Ausbruch des Coronavirus in China drohen sich die Probleme noch zu verschärfen. Denn eine Vielzahl der Bestandteile in Deutschland verkaufter Medikamente wird in China hergestellt. Durch die rigiden Quarantäne-Maßnahmen der chinesischen Regierung liegen jedoch große Teile der Wirtschaft und Produktion lahm.

Auch die Herstellung von Antibiotika sei davon betroffen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) diese Woche. Wie lange das noch der Fall sein wird, ist unklar. Derzeit steigt die Zahl der Corona-Fälle in China noch weiter.

Rheinland-Pfalz und Hessen wollen, dass Berlin, unabhängig von den durch den Coronavirus verursachten Problemen, die Liefer- und Versorgungsengpässe bei Medikamenten und Impfstoffen beseitigt. Beide Länder bringen daher in der heutigen Bundesratssitzung einen entsprechenden Antrag ein.



„Das Fortbestehen oder gar die Ausweitung anhaltender Engpässe bei essenziellen Arzneimitteln ist mit Blick auf eine gute Gesundheitsversorgung der Patienten nicht zumutbar“, begründet die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichten­thäler (SPD) den Antrag. Das Fehlen einfacher Wirkstoffe und Arzneimittel der Grundversorgung sei gesundheitspolitisch nicht akzeptabel.

Die Ursachen für die Lieferengpässe seien weitgehend unklar. Nicht jeder Lieferengpass führe zwangsläufig zu einem Engpass. Häufig seien alternative und gleichwertige Medikamente verfügbar. Das jedoch, so kritisieren Apotheker, führe zu einem Mehraufwand.