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50-jähriger Jurist aus Frankenthal
Christian Baldauf könnte künftig erneut die CDU-Fraktion führen

 Der rheinland- pfälzische CDU-Vize   Christian   Baldauf.
Der rheinland- pfälzische CDU-Vize Christian Baldauf. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Fröhlich schlendert Christian Baldauf vor wenigen Tagen durch das Foyer im Mainzer Landtag, mit einem Schal des 1. FC Kaiserslautern um den Hals und einem Lächeln im Gesicht. Die herbe Kritik, die der 50-Jährige an jenem Morgen in den Zeitungen lesen musste, lässt er cool abperlen. Der Grund für die Schelte: Die CDU-Landtagsfraktion hatte in einer Diskussion ein Thema gesetzt, das allgemein gehalten war – und im Landtag völlig ausuferte. Baldauf konnte kaum Nadelstiche setzen. Und die Ampelparteien hatten eine riesige Freude daran, sich an dem Mann abzuarbeiten, der auf Julia Klöckner als neuer CDU-Fraktionschef im Land folgen könnte.

Fröhlich schlendert Christian Baldauf vor wenigen Tagen durch das Foyer im Mainzer Landtag, mit einem Schal des 1. FC Kaiserslautern um den Hals und einem Lächeln im Gesicht. Die herbe Kritik, die der 50-Jährige an jenem Morgen in den Zeitungen lesen musste, lässt er cool abperlen. Der Grund für die Schelte: Die CDU-Landtagsfraktion hatte in einer Diskussion ein Thema gesetzt, das allgemein gehalten war – und im Landtag völlig ausuferte. Baldauf konnte kaum Nadelstiche setzen. Und die Ampelparteien hatten eine riesige Freude daran, sich an dem Mann abzuarbeiten, der auf Julia Klöckner als neuer CDU-Fraktionschef im Land folgen könnte.

Doch der Pfälzer ist hart im Nehmen. Von 2006 bis 2011 führte Baldauf schon einmal die Fraktion im Landtag an – und erlebte turbulente Zeiten. Nach innen, weil er den Laden nach einer Spendenaffäre der CDU sanieren musste. Rechnungen stapelten sich, Kreditlinien waren überzogen, schildern Kenner den Zustand, als Baldauf die am Boden liegende Fraktion übernahm. Der Frankenthaler musste mit einem abgespeckten Budget und weniger Mitarbeitern zurecht kommen. Er baute Altlasten ab, was ihm interne Beobachter noch heute hoch anrechnen. Ebenso wie den Rückzug ins zweite Glied, damit Julia Klöckner 2011 den damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) herausfordern konnte.

Nach außen reifte Baldauf wiederum an jenem Beck, der ihn anfangs „arrogant als ein dummes Jüngelchen“ behandelte, wie manch ein CDU-Mann sich noch heute echauffiert. Inzwischen beherrscht der Frankenthaler die Abteilung Attacke. Und schärft das konservative Profil in der Landes-CDU: Der Jurist blüht auf, wenn es um fehlende Richter, Gewalt in Gefängnissen oder die Asylpolitik geht.



Ist Baldauf aber auch ein Mann, der die CDU in die Zukunft führen kann, vielleicht sogar als Spitzenkandidat einer Landtagswahl? Unionspolitiker halten sich bedeckt, zu viel könne bis dahin noch passieren.

Und Baldauf? Er hüllt sich in Schweigen, wenn es um seine Zukunft geht – zumal der SPD-Mitgliederentscheid zur großen Koalition ihm noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Jede Äußerung könnte dann zum Bumerang werden. Auf die Frage, ob er neuer Fraktionschef wird, sagt er nur: „Die Frage kann ich nicht beantworten, das entscheidet die Fraktion.“ Bis Angela Merkel zur Kanzlerin gewählt ist und Julia Klöckner ihre Minister-Urkunde in der Hand hält, dürfte in Mainz keine Entscheidung fallen. Dann aber könnte die große Stunde von Christian Baldauf zum zweiten Mal schlagen.