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CDU-Abgeordneter Axel Wilke tritt nicht bei Wahl an

Speyer. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal geht der Frage nach, ob der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wilke einen Kredit zu Sonderbedingungen erhielt und die Sparkasse Speyer dadurch geschädigt wurde. Um Schaden von seiner Partei abzuwenden, kandidiert er nicht bei der Landtagswahl. Agentur

Der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Axel Wilke tritt nach Vorwürfen wegen eines Kredits für seine Tochter nicht bei der Landtagswahl 2016 an. "Den Vorwurf der Vorteilsnahme weise ich weiter ausdrücklich zurück", erklärte der Rechtsexperte seiner Fraktion schriftlich. Die CDU stehe aber vor einer entscheidenden Wahl. "Ich kann nicht mit Sicherheit davon ausgehen, dass sich der Sachverhalt bis dahin klären lässt. (...) Deshalb möchte ich den Platz frei machen und zum Wohle der CDU auf eine erneute Kandidatur für den Landtag verzichten." CDU-Landesvize Christian Baldauf zollte ihm dafür Respekt. Der Jurist Wilke hatte im Jahr 2013 für seine damals minderjährige Tochter einen Kredit der Sparkasse Vorderpfalz in Höhe von 100 000 Euro erhalten. Er war zu dieser Zeit stellvertretendes Verwaltungsratsmitglied des Geldinstituts. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue gegen zwei Sparkassenvorstände. Dabei geht es um die Frage, ob Wilke den Kredit zu Sonderbedingungen erhielt und die Sparkasse geschädigt wurde. Es geht auch um die Frage, ob die Genehmigung des Vormundschaftsrichters fehlte, womit der Vertrag unwirksam wäre.

Der Kredit ist nach Angaben des CDU-Politikers "zwischenzeitlich komplett zurückgeführt". Die SPD und die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag forderten vollständige Aufklärung. Wilke erklärte, mit dem Verzicht auf die Kandidatur bei der Landtagswahl wolle er auch seine Familie schützen.