| 23:21 Uhr

Bundespolizei fahndet nach gefährlichen G20-Gegnern

Mainz/Straßburg. Uniformierte und bewaffnete Bundespolizisten an den Grenzübergängen nach Luxemburg und Belgien - so massiv wie in diesen Tagen wurden Einreisende nach Deutschland schon lange nicht mehr kontrolliert. Der Grund: Am Wochenende ist Nato-Gipfel in der Region Baden-Baden/Straßburg, mehrere 100 Organisationen haben zu Protest-Aktionen aufgerufen Von Merkur-Mitarbeiter Rolf Seydewitz

Mainz/Straßburg. Uniformierte und bewaffnete Bundespolizisten an den Grenzübergängen nach Luxemburg und Belgien - so massiv wie in diesen Tagen wurden Einreisende nach Deutschland schon lange nicht mehr kontrolliert. Der Grund: Am Wochenende ist Nato-Gipfel in der Region Baden-Baden/Straßburg, mehrere 100 Organisationen haben zu Protest-Aktionen aufgerufen. Weil unter den aus der ganzen Welt anreisenden Demonstranten auch einige gewaltbereite vermutet werden, wird diese Woche an den deutschen und französischen Grenzübergängen wieder kontrolliert - immer wieder an verschiedenen Orten und zeitlich befristet. Dies ist im Schengener Abkommen über den Wegfall der Grenzkontrollen ausdrücklich vorgesehen.Wann und wo kontrolliert wird, entscheiden die jeweiligen Bundespolizeidirektionen. Gestern traf es in der Region unter anderem den deutsch-luxemburgischen Grenzübergang bei Wasserbillig. Knapp drei Stunden lang kontrollierten Trierer Bundespolizisten, unterstützt von Kollegen aus Berlin, die Einreisenden. "Wir suchen gezielt nach potenziellen Gewalttätern", sagt Inspektionsleiter René Kexel. Wen die Beamten anhalten, dessen Personalien werden per Computer überprüft. Und was passiert, wenn jemand Auffälliges darunter ist? "Ausländer, die schon einmal als Gewalttäter in Erscheinung getreten sind, wird die Einreise verweigert", sagt Kexel. Gewaltbereite Deutsche und EU-Bürger dürften jedoch einreisen, bekämen aber einen Platzverweis für die Region um den Nato-Gipfel, droht er an. Gewaltbereite Randalierer sind Kexels Truppe im 180 Kilometer langen Grenzgebiet zu Luxemburg und Belgien bislang zwar noch keine ins Netz gegangen. "Aber wir haben seit Freitag schon drei Leute festgenommen, die zur Fahndung ausgeschrieben waren", sagt der Einsatzleiter.