| 20:17 Uhr

Arbeit
Bundesagentur soll zum Kümmerer werden

 Ein Mann geht an einem Schild der Bundesagentur für Arbeit vorbei.
Ein Mann geht an einem Schild der Bundesagentur für Arbeit vorbei. FOTO: dpa / Sonja Wurtscheid
Mainz. Ein bundesweites Projekt, das gezielt Langzeitarbeitslose unterstützt, wird nun ausgebaut, wie gestern angekündigt wurde.

Mit gesundheitsfördernden Kursen wollen die Bundesagentur für Arbeit und die gesetzlichen Krankenkassen in den kommenden Jahren noch intensiver als bislang Langzeitarbeitslose unterstützen. Das seit 2016 laufende bundesweite Projekt namens „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“, an dem auch der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag beteiligt sind, soll von bisher deutschlandweit 129 Standorten auf dann 233 bis zum ersten Quartal 2020 erweitert werden, wie Gernot Kiefer, Vorstand des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), am Mittwoch in Mainz ankündigte.

Dann seien mehr als die Hälfte der 408 Jobcenter in Deutschland mit dabei, sagte Bundesagentur-Chef Detlef Scheele. Auch dank des Projekts sei die Agentur auf einem guten Weg, zu einem „Kümmerer“ zu werden. Bei der Betreuung von Menschen solle es nicht nur um auszuzahlendes Geld oder Regelsätze gehen, sondern auch um andere Themen, die die Menschen bewegten, wie etwa Gesundheit.

Innerhalb des Projekts sollen Vermittler in Jobcentern Langzeitarbeitslose gezielt auf Unterstützungsangebote aufmerksam machen und sie für das Thema Gesundheit sensibilisieren. 1200 Mitarbeiter seien extra geschult worden, sagte Scheele. Wichtig sei, nicht mit dem „erhobenen Zeigefinger“ daherzukommen. Das Spektrum des Angebots, das Langzeitarbeitslose freiwillig wahrnehmen können, reicht von Ernährungskursen über Rückenschulen bis hin zu Kursen für Zeitmanagement oder zum Umgang mit Stress.



Bundesagentur-Chef Scheele sagte, gesundheitliche Probleme seien häufig eine Hürde für die erfolgreiche Integration von Menschen in Arbeit. Gleichzeitig könne Arbeitslosigkeit selbst zu einer gesundheitlichen Belastung werden. 

(dpa)