| 00:21 Uhr

Bühne frei für Klöckner und Mertin

Die rheinland-pfälzische CDU will an diesem Samstag mit der Nominierung von Julia Klöckner als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2011 Aufbruchsstimmung schüren und zum Angriff auf die Mainzer Staatskanzlei blasen. Doch der Parteitag in Bingen steht unter keinem guten Stern

Die rheinland-pfälzische CDU will an diesem Samstag mit der Nominierung von Julia Klöckner als Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2011 Aufbruchsstimmung schüren und zum Angriff auf die Mainzer Staatskanzlei blasen. Doch der Parteitag in Bingen steht unter keinem guten Stern. Zu sehr schlagen das abenteuerliche Finanzgebaren der Landtagsfraktion in den Jahren 2003 bis 2006, das kommende Woche im Bericht des Rechnungshofs öffentlich dokumentiert wird, und die peinliche Posse um einen Termin für die Wahl des Landesvorstands ins Kontor. So wird die Personalie Klöckner einerseits von Altlasten und andererseits von der Panne des wohl nur noch auf Abruf amtierenden Parteichefs Christian Baldauf überlagert.Um einiges besser hat es da die rheinland-pfälzische FDP. Sie leidet zwar unter heftigem Gegenwind aus Berlin, geht jedoch in aller Ruhe ebenfalls an diesem Samstag ihren Landesparteitag in Ochtendung an. Die Liberalen wird es ein wenig ärgern, dass die Union ihnen mit der zeitgleichen Klöckner-Nominierung medial die Schau stiehlt. Beeinträchtigen lassen werden sie sich bei der Kür ihres Spitzenkandidaten Herbert Mertin allerdings nicht. Der Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich diesen Posten redlich verdient, denn der ehemalige Justizminister im Kabinett Beck hat die FDP mit seiner sachlichen Oppositionsarbeit, manchmal sehr zum Leidwesen der Sozialdemokraten sehr kritisch gegenüber der Landesregierung, gut aufgestellt für die Wahl 2011.