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Bsirske sieht Chance für Durchbruch im Kita-Streit

Mainz/Fulda. Die Gewerkschaft Verdi sieht erstmals Chancen für ein rasches Ende der seit Mitte Mai auch in Rheinland-Pfalz andauernden Streiks in kommunalen Kindertagesstätten. Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske (Foto: dpa) sagte, er setze auf einen Durchbruch in den Verhandlungen, die heute fortgesetzt werden

Mainz/Fulda. Die Gewerkschaft Verdi sieht erstmals Chancen für ein rasches Ende der seit Mitte Mai auch in Rheinland-Pfalz andauernden Streiks in kommunalen Kindertagesstätten. Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske (Foto: dpa) sagte, er setze auf einen Durchbruch in den Verhandlungen, die heute fortgesetzt werden. Arbeitgeber und Gewerkschaften wollen in Fulda die womöglich entscheidenden Gespräche führen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilte mit, die Gespräche könnten bis Mittwoch dauern. Sollte es zur Einigung kommen, würde der bei sozialen Erziehungsdiensten bisher beispiellose Tarifkonflikt nach rund sechs Wochen enden. Parallel zu den Verhandlungen will Verdi heute mit einer Demonstration in Köln den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal erhöhen. Die Gewerkschaft erwartet dazu bis zu 20 000 Menschen. Auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und SPD-Chef Franz Müntefering sollen dort sprechen. Zudem planen Verdi und GEW weitere Streiks, allein in Rheinland-Pfalz sind 1600 Erzieherinnen und Sozialarbeiter zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Auch in Hessen und Baden-Württemberg soll gestreikt werden. Es gebe in Politik und Bevölkerung "sehr viel Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen", betonte Bsirske.Für Gesundheitsschutz Die Gewerkschaften wollen einen eigenen Tarifvertrag zum besseren Gesundheitsschutz für die rund 220 000 Erzieherinnen. Zudem fordern sie Einkommensverbesserungen - für diesen Tarifvertrag gilt aber noch die Friedenspflicht. Eine Lösung könnte für die Kommunen erhebliche Mehrbelastungen bedeuten - weshalb der Konflikt verbissen geführt wird: In den kommenden Jahren werden laut Verdi 80 000 neue Erzieher gebraucht, da die derzeit 364 000 Betreuungsplätze bis 2013 auf 750 000 ausgebaut werden sollen. dpa