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Stephan Ackermann entschuldigt sich
Bischof provoziert in Missbrauchsskandal

Trier . Bischof Ackermann will Opfer des Missbrauchsskandals aus der Kirchensteuer bezahlen. Er begründet dies mit einem Vergleich, für den er sich kurz darauf entschuldigt.

(sey) Äußerungen von Bischof Stephan Ackermann über die Entschädigung von Missbrauchsopfern aus Kirchensteuermitteln sind auf scharfe Kritik gestoßen. „Das ist unmöglich und alles andere als ein Zeichen von Verantwortungsübernahme“, sagte der Sprecher der Opferorganisation Missbit, Thomas Schnitzler, unserer Zeitungsgruppe.

Der Trierer Bischof, Missbrauchsbeauftragter der Bischofskonferenz, hatte am Wochenende bei einer Veranstaltung in Trier gesagt, er sehe keine Alternative zur Zahlung von Entschädigungsleistungen für Missbrauchsopfer aus der Kirchensteuer. Auch wenn es vielen Gläubigen widerstrebe, mit ihren Beiträgen für Verfehlungen einzelner Geistlicher einzustehen, seien die Kirchenmitglieder als Solidargemeinschaft in der Pflicht, sagte Ackermann.

Ähnlich müssten die Steuerzahler auch für die gescheiterte Pkw-Maut aufkommen: „Wir zahlen auch für Andi Scheuers Autobahnen“, so der Bischof. In den sozialen Netzwerken wurde Ackermann dafür scharf kritisiert. Der Bischof nahm den Vergleich am Montag als „zu salopp und unpassend“ zurück und bat um Entschuldigung.



Bislang hatte das Bistum stets betont, dass Entschädigungszahlungen nicht aus Kirchensteuermitteln, sondern aus Mitteln des Bischöflichen Stuhls gezahlt würden. Eine Sprecherin Ackermanns sagte, an Änderungen dieser Praxis sei „im Moment auch nicht gedacht“.