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Bis 2014 Grundschulklassen verkleinern

 Bildungsministerin Doris Ahnen war gestern in der Mainzer Theodor-Heuss-Grundschule zu Besuch, und sprach hier über die Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Schullandschaft. Foto: dpa
Bildungsministerin Doris Ahnen war gestern in der Mainzer Theodor-Heuss-Grundschule zu Besuch, und sprach hier über die Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Schullandschaft. Foto: dpa
Mainz. An den rheinland-pfälzischen Grundschulen sollen bis zum Schuljahr 2014/2015 in allen Klassen maximal 24 Schüler sitzen. Den Anfang machen zum Start des neuen Schuljahrs in dieser Woche die ersten Klassen der rund 980 Grundschulen im Land, wie Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) gestern in Mainz sagte. "Dies wirkt sich besonders in den großen Grundschulen in den Städten aus

Mainz. An den rheinland-pfälzischen Grundschulen sollen bis zum Schuljahr 2014/2015 in allen Klassen maximal 24 Schüler sitzen. Den Anfang machen zum Start des neuen Schuljahrs in dieser Woche die ersten Klassen der rund 980 Grundschulen im Land, wie Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) gestern in Mainz sagte. "Dies wirkt sich besonders in den großen Grundschulen in den Städten aus." Die neue Regel führe zudem dazu, dass kleine Grundschulen auf dem Land trotz sinkender Schülerzahlen einzügig länger bestehen bleiben könnten. Bislang galten 28 beziehungsweise 30 Schüler als Grenze für eine Klassenteilung.Zusammen mit Hamburg sei Rheinland-Pfalz nun das Bundesland mit den kleinsten Grundschulklassen, sagte Ahnen. Von 2013 an sollen auch die Eingangsklassen der Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen stufenweise kleiner werden. Von den rund 550 neu besetzten Lehrer-Planstellen bilden künftig 100 den "Vertretungspool", weitere 100 Stellen kommen zum 1. Februar 2012 hinzu. Diese Lehrkräfte stehen die ersten drei Jahre für Vertretungseinsätze zur Verfügung. Zusätzlich habe die Schulaufsicht zum letzten Ferientag rund 2200 Vertretungsverträge gemeldet, sagte Ahnen.

Nach den Worten der Ministerin fällt das vorläufige Fazit für die Unterrichtsversorgung in den allgemeinbildenden Schulen insgesamt positiv aus. Ein wirklich fundiertes Bild liefere jedoch erst die offizielle Schulstatistik, deren Ergebnisse im Herbst veröffentlicht werden.

Der Verband Bildung und Erziehung Rheinland-Pfalz sprach dagegen von einer "eher durchwachsenen Unterrichtsversorgung". Die Messlatte vom vergangenen Jahr mit 1,2 Prozent Unterrichtsausfall werde wohl in jedem Fall gerissen. Laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz sei vor allem an Gymnasien, Integrierten Gesamtschulen, Berufsbildenden Schulen und Förderschulen das Personal knapp. Eltern behinderter Kinder sollen nach den Worten von Ministerin Ahnen bald frei wählen dürfen: Schicke ich mein Kind auf eine Förder- oder eine Schwerpunktschule, auf der behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichteten werden? Das vorbehaltlose Wahlrecht soll noch in dieser Legislaturperiode ins Schulgesetz aufgenommen werden. Bisher hatte die Schulaufsicht das letzte Wort. dpa