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In Stadt und Land
Bezahlbarer Wohnraum bleibt knapp

Andreas 
Schnellting, 
stellvertretender 
Vorsitzender der IVD West.
Andreas Schnellting, stellvertretender Vorsitzender der IVD West. FOTO: ASI
Mainz. Sowohl die Preise für Immobilien als auch die Mieten steigen in Rheinland-Pfalz weiter, jedoch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Selbst in kleineren Kommunen müssen Mieter oder Häuslebauer manchmal mehr zahlen.

Bezahlbarer Wohnraum bleibt ein knappes Gut in Rheinland-Pfalz. Zwar steigen die Preise nicht mehr ganz so stark an, doch selbst in kleinen Kommunen klettern sie oder bleiben zumindest auf einem eher hohen Niveau. Das geht aus dem gestern vorgestellten Immobilienpreisspiegel 2018 des Immobilienverbands Deutschland (IVD) West hervor. „Die Nachfrage ist um ein Vielfaches höher als das Angebot, das wird sich auch auf lange Sicht nicht ändern“, sagte Andreas Schnellting, stellvertretender Vorsitzender des IVD West. Der aktuelle Preisspiegel führt 67 Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz auf.

Demnach sind Eigentumswohnungen im Landesdurchschnitt 6,1 Prozent teurer als im Vorjahr. Am tiefsten müssen Käufer in Trier in die Tasche greifen. Hier liegen die Preise für bereits bestehende Wohnungen in mittlerer Lage bei 2350 Euro pro Quadratmeter. Wer ein freistehendes Haus kaufen möchte, muss dafür etwa in Mainz in einer mittleren Lage einen sogenannten Schwerpunktpreis von 445 000 Euro zahlen – der landesweite Spitzenwert. Unter Schwerpunktpreis ist der Preis zu verstehen, den die meisten Immobilien dieser Art erzielen.

Am unteren Ende der Skala steht beispielsweise Winnweiler im Donnersbergkreis. Hier kostet das Haus mit Garage und Grundstück in mittlerer Lage 80 000 Euro. Im Landesdurchschnitt stiegen die Preise für Einfamilienhäuser innerhalb eines Jahres um 4,6 Prozent.



Die Mieten sind mit 3,5 Prozent in Rheinland-Pfalz insgesamt eher moderat gestiegen. Dennoch gibt es einige Ausreißer. So müssen Interessenten für eine gut ausgestattete Wohnung in guter Lage von Neuwied, Koblenz und Pirmasens jetzt 13 bis 20 Prozent mehr zahlen als noch 2017. Die teuersten Mieten im Neubau fallen in Mainz an. Hier kostet der Quadratmeter 14 Euro. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: In Kirchberg im Hunsrück sind es gerade einmal vier Euro.

In der Landeshauptstadt Mainz und dem darum liegenden Speckgürtel wie Bodenheim und Ingelheim zahlen Häuslebauer den höchsten Preis für ihr Land. Der Quadratmeterpreis in mittlerer Lage beträgt hier derzeit bis zu 500 Euro. Mit 45 Euro belegt Idar-Oberstein den letzten Platz im Ranking.

Um die Wohnungsnot zu dämpfen, hat die rheinland-pfälzische Landesregierung ein Programm zur sozialen Wohnraumförderung aufgesetzt. 2017 wurden damit 2190 Wohneinheiten realisiert. 2018 sollen 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, um bezahlbare Wohnungen zu bauen.

(dpa)