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Besseren Kinderschutz gefordert

Neuwied. Die von verschiedenen Seiten geforderte Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz ist nicht in Sicht. Die Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz greifen dies zum Tag der Kinderrechte auf. Dpa-Mitarbeiterpeter Zschunke

Die Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz fordern eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz . "Der Tierschutz ist drin, die Kinder leider nicht", sagte die Sprecherin dieser Einrichtungen, Kerstin Müller , zum Tag der Kinderrechte am heutigen Freitag.

Die Kinderschutzdienste sind ein Fachdienst, der in bislang 26 Städten und Kreisen Kinder und Jugendliche bei sexueller Gewalt, Misshandlung oder Vernachlässigung begleitet. Die Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung der Kinderrechte ist auch Teil eines Eckpunktepapiers, den die Kinderschutzdienste im 25. Jahr ihres Bestehens verabschiedet haben. Diese Einrichtungen mit unterschiedlichen Trägern der freien Wohlfahrtspflege gibt es bislang nur in Rheinland-Pfalz und Thüringen. "Wir fahren raus und hören uns an, was die Kinder und Jugendlichen sagen", erklärte Müller. "Wir kommen wöchentlich immer wieder, so dass die Kinder merken: Wir sind verlässlich." Auch an allen Entscheidungen in Krisensituationen würden die Kinder beteiligt, sagte die Diplompädagogin vom Kinderschutzdienst Neuwied .

Die Berater arbeiten mit Vertrauenspersonen der Kinder, mit Kitas und Schulen zusammen. Diese können Hinweise geben, manchmal melden sich Jugendliche aber auch selbst. Jährlich werden in den zurzeit 17 Kinderschutzdiensten mehr als 1200 Kinder und Jugendliche beraten und begleitet, allein in Neuwied mit dem Heilpädagogisch-Therapeutischem Zentrum (HPZ) als Träger sind es etwa 60.

Zum Tag der Kinderrechte planen die Kinderschutzdienste eine Ballonaktion an allen Standorten. Außerdem soll die Arbeit der Betreuer an Schulen vorgestellt werden. Die von den Trägern sowie dem Land und den Kommunen finanzierten Kinderschutzdienste treten dafür ein, den Kinder- und Jugendschutz flächendeckend und langfristig zu sichern. Außerdem treten sie dafür ein, die Einrichtungen für die Arbeit mit Flüchtlingskindern angemessen auszustatten.