| 22:42 Uhr

Ex-Ministerpräsident äußert sich
Vogel warnt CDU vor Kurswechsel

Urgestein der CDU: Bernhard Vogel, 85.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa 
Urgestein der CDU: Bernhard Vogel, 85. Foto: Wolfgang Kumm/dpa  FOTO: dpa / Wolfgang Kumm
Mainz. (dpa) Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel hat seine CDU vor einer weitgehenden Kursänderung nach dem Wechsel an der Spitze gewarnt. „Ich sehe ja ein, dass wir uns erheblichen Verlusten gegenübersehen und deswegen Nachdenken angeordnet ist, aber völlig neu aufstellen muss sich die CDU nicht – im Gegenteil“, sagte der 85-Jährige in Mainz. dpa

„Wenn sie sich völlig neu aufstellt, werden die Folgen schlimmer sein, als wenn sie das nicht tut.“ Es beginne keine neue CDU. Deswegen heiße das nicht, dass man davon träumen solle, ins „Gestern“ zurückzukehren, sagte Vogel auch mit Blick auf Kandidaten für den Vorsitz, ohne hierbei Namen zu nennen.

Vogel will beim CDU-Parteitag als Delegierter für Annegret Kramp-Karrenbauer stimmen. „Sie verfügt über langjährige Regierungserfahrung, nicht nur als Ministerpräsidentin“, erklärte er.

Vogel ist der einzige Ministerpräsident, der bisher in zwei Bundesländern regiert hat. Vor 30 Jahren (am 11. November 1988) kündigte er seinen Rücktritt als Regierungschef in Rheinland-Pfalz an, nachdem er bei einem Landesparteitag eine schwere Niederlage gegen Hans-Otto Wilhelm erlitten hatte, der ihn als CDU-Landeschef ablöste. „Die Wunden sind verheilt, aber die Narben sind geblieben“, blickte er zurück. Damals verließ er den Saal mit den inzwischen legendären Worten „Gott schütze Rheinland-Pfalz!“. 1992 wurde er Regierungschef in Thüringen und blieb es bis 2003.



Vogel zeigte sich enttäuscht, dass seine Partei in Rheinland-Pfalz seit 1991 nicht mehr an der Macht ist, sondern die SPD seitdem regiert – in einem Land, das eigentlich mehr christlich-liberal-konservativ sei.