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Nur Literatur wird ausgewertet
Auch weiterhin keine Messungen bei Kerosin-Studie geplant

 Dieses Flugzeug hinterlässt Kondensstreifen am Himmel. Doch immer wieder wird auch Kerosin abgelassen.
Dieses Flugzeug hinterlässt Kondensstreifen am Himmel. Doch immer wieder wird auch Kerosin abgelassen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Zweibrücken/Berlin/Luxemburg. Umweltbundesamt beharrt auf dem Plan, nur Literatur auszuwerten. Auch der Interregionale Parlamentarierrat verlangt derweil die Einrichtung einer Meldekette. Von Eric Kolling

Trotz der Kritik etwa im rheinland-pfälzischen Verkehrsausschuss will das Umweltbundesamt die geplante Studie zum Kerosin-Schnell­ablass weiter ohne praktische Tests und Messungen erstellen. Das machte ein zuständiger Vertreter der Behörde auf Merkur-Anfrage nochmals deutlich. Es werde eine „ausführliche Literatursichtung vorgenommen“, ebenso eine „fachliche Einschätzung, ob und wenn ja in welchem Umfang eine Umweltbelastung vorliegt“. Dort flössen alle verfügbaren Messungen ein. Sollte diese vorliegen, würden Vorschläge erarbeitet, wie man die Belastung – falls existent – minimieren könne.

Weil das Bundesumweltministerium sich verpflichtet habe, im Oktober 2018 der Umweltministerkonferenz die Ergebnisse vorzulegen, stehe man unter Zeitdruck. Daher habe man auch eine Finanzierung der Studie durch die EU nicht erwogen, heißt es in einem informationellen Statement des Umweltbundesamts an den Merkur weiter. Dass Brüssel die Studie bezahlt oder bezuschusst oder eine eigene erstellt, hatte zuletzt die hiesige Bundestags­abgeordnete Anita Schäfer (CDU) vorgeschlagen (wir berichteten). Die EU-Kommission blockte dieses Ansinnen allerdings ab.

Derweil hat sich auch der Interregionale Parlamentarierrat (IPR) in die Kerosin-Notablass-Debatte eingeschaltet. In dem Gremium vertreten sind Lothringen, Luxemburg, Rheinland-Pfalz, das Saarland, die Wallonie und die Französische und Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens.



In seiner Sitzung am vergangenen Freitag forderte auch der IPR laut SR-Online eine bessere Organisation und zeitnahe Informationen über abgelassenen Flugtreibstoff. Es müsse eine Meldekette eingerichtet werden, die die Fälle des sogenannten Fuel Dumpings direkt an die zuständigen Behörden weitergibt.

Ferner sollten die Umweltämter der Großregion Saar-Lor-Lux sowie auf nationaler und europäischer Ebene besser zusammenarbeiten. Der IPR forderte laut SR auch das sofortige Landen mit einem höheren Landegewicht als Alternative zum Treibstoffablass.