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Wegen Kooperation mit der NPD
AfD will ihre frühere Vize-Landeschefin Christen ausschließen

Mainz. Innerhalb kurzer Zeit wird ein weiterer Plan für einen Parteiausschluss aus der AfD in Rheinland-Pfalz bekannt — nach dem Fall Jens Ahnemüller.

Die AfD Rheinland-Pfalz hat ein Parteiausschlussverfahren gegen die frühere stellvertretende Landeschefin Christiane Christen beantragt. Das teilte ein AfD-Sprecher gestern mit. Als Grund wird eine Kooperation der Politikerin mit dem früheren NPD-Landesvize Sascha Wagner angegeben, der bei der Protestbewegung „Kandel ist überall“ mitgearbeitet haben soll. Christen ist Mitgründerin der Gruppierung, die dem rechtspopulistischen Spektrum zugerechnet wird und sich nach der Ermordung der 15-jährigen Mia in der pfälzischen Stadt gegründet hatte.

Seit dem Tod der 15-Jährigen gibt es in Kandel immer wieder Kundgebungen. Wegen Mias Ermordung war ihr Ex-Freund, der vermutlich aus Afghanistan stammende Flüchtling Abdul D., nach Jugendstrafrecht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig.

Christen wies den Vorwurf zurück. „Ich habe nie mit Herrn Wagner kooperiert“, sagte die frühere AfD-Landesvizechefin, die als interne Gegnerin von Landeschef Uwe Junge gilt, auf Anfrage.



Sie werde gegen den Antrag vorgehen, sagte Christen weiter. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Wagner auf den Demonstrationen von „Kandel ist überall“ gewesen sei. „Wir haben von niemandem eine Gesinnungsprüfung verlangt.“ Christen hatte mehrfach den Führungsstil von Junge kritisiert und dem früheren Vorstand vorgeworfen, er habe Anwalts- und Gerichtskosten ohne ausreichende Legitimation aus dem Parteivermögen bezahlt. Das hatte Junge zurückgewiesen.

Die AfD will auch den Abgeordneten Jens Ahnemüller ausschließen, den die Landtagsfraktion – ebenfalls wegen Kontakten zu Wagner – herausgeworfen hatte. Ahnemüller hatte Kontakte zu ihm eingeräumt, aber einen rechtsextremen Hintergrund zurückgewiesen. Im Eilverfahren beim Verfassungsgerichtshof war er mit einer Klage gegen den Fraktionsausschluss vorerst gescheitert. Der Verfassungsgerichtshof plant am 29. Januar eine mündliche Verhandlung.

(dpa)