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Ärger über "Abwerbekampagne"

 Die neue POTATO lehrt Euch das Gruseln. Foto: POTATO
Die neue POTATO lehrt Euch das Gruseln. Foto: POTATO
Mainz. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat eine Werbekampagne für Lehrer des Nachbarlandes Hessen kritisiert. "Hessen versucht derzeit, seine bildungspolitischen Versäumnisse der vergangenen Jahre wieder einmal durch eine Lehrer(ab)werbekampagne zu beheben", teilte das Ministerium gestern in Mainz mit

Mainz. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hat eine Werbekampagne für Lehrer des Nachbarlandes Hessen kritisiert. "Hessen versucht derzeit, seine bildungspolitischen Versäumnisse der vergangenen Jahre wieder einmal durch eine Lehrer(ab)werbekampagne zu beheben", teilte das Ministerium gestern in Mainz mit. Hessen wirbt derzeit mit einer 240000 Euro teuren Aktion per Internet, Zeitungsanzeigen und Plakataktionen nach Lehrern. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) befürchtet deshalb eine Abwanderung von Lehrkräften aus Rheinland-Pfalz. Vor allem an Haupt- und Realschulen gebe es in bestimmten Fächern bereits einen "eklatanten Lehrermangel", warnte der VBE-Landesvorsitzende Johannes Müller. "Durch die gezielte Abwerbekampagne der hessischen Landesregierung gerade solcher Lehrkräfte mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern wird sich dies noch verschärfen." Nach Ansicht des VBE-Landesvorsitzenden ist das Angebot für Lehrer aus Rheinland-Pfalz lukrativ, da beispielsweise Hauptschullehrer eine Besoldungsstufe besser bezahlt würden. "Es rechnet sich für Lehrerinnen und Lehrer, nach Hessen zu gehen, insbesondere in den angrenzenden Gebieten unseres Landes", sagte Müller laut Mitteilung. "Das macht ganz schnell 600 bis 700 Euro Unterschied auf dem Gehaltsstreifen aus." Das Ministerium in Mainz warnte jedoch vor übertriebener Besorgnis, da solche Kampagnen in der Vergangenheit wenig erfolgreich gewesen seien. Als "hausgemachtes Problem" bezeichnete derweil der CDU-Abgeordnete Josef Keller die Abwanderung von Lehrern in die Nachbarländer. Die Landesregierung versäume es schon seit Jahren, attraktive Bedingungen für Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz zu schaffen. dpa