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Angst vor Kontaminierung
Absturz von US-Kampfjet: Schaden wohl doch größer

Zemmer-Rodt. Auch zwei Monate nach dem Absturz einer F16 in einem Wald bei Trier ist dort stechender Geruch wahrzunehmen. Die Waldbesitzer fürchten ernste Schäden durch hochgiftigen Treibstoff.

(wie) Die Schäden, die der Absturz eines US-Kampfjets Anfang Oktober in Rheinland-Pfalz verursacht hat, sind womöglich größer als angenommen. Fast einen Kilometer lang ist die Schneise, die die F 16 in das Waldstück bei Zemmer-Rodt nahe Trier geschlagen hat. Zwei Hektar Wald sind zerstört worden, zahlreiche Bäume sind verbrannt, als der von der US-Airbase Spangdahlem gestartete Kampfjet nach dem Absturz zerschellte und in Flammen aufging. Der Pilot hatte sich mit dem Schleudersitz gerettet, die F16 flog fast zehn Kilometer führerlos weiter, bis sie abstürzte. Die Unglücksursache ist weiter unklar.

Revierförster Thomas Grünhäuser vermutet, dass über 1000 Festmeter Holz zerstört worden sind. Er fürchtet zudem, dass die bei den Aufräumarbeiten abgesägten Stämme durch Rückstände wie Öl oder Kerosin verunreinigt sein könnten. Dann müssten Holz und Baumstümpfe als Sondermüll entsorgt werden.

Möglicherweise müsse auch der Boden an der Absturzstelle abgetragen werden, meint Ralf Karst. Der Ingenieur vertritt die Interessen der zwölf Besitzer von Waldflächen. Diese fordern eine Entschädigung. Karst geht davon aus, dass es sich um mehrere hundert Kubikmeter Erde handelt, die womöglich jahrelang mit unzähligen Lastern abtransportiert werden müssten.



Obwohl ein Gutachten der Bundeswehr nur geringe Spuren des in F 16-Kampfjets als Nottreibstoff verwendeten hochgiftigen Hydrazins nachgewiesen hat, bezweifeln die Waldbesitzer das. An der Absturzstelle selbst ist auch zwei Monate nach dem Unglück noch immer ein starker Geruch von Öl oder Treibstoff wahrzunehmen. Unklar ist auch, ob der Hydrazin-Tank – wie in dem Gutachten geschildert – tatsächlich verbrannt ist.

Das Gutachten beruft sich dabei auf Aussagen der Feuerwehr. Doch war diese nach eigener Aussage gar nicht an der Absturzstelle.