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30 Hooligans aus Rheinland-Pfalz bei Anti-Salafisten-Demo in Köln

Mainz. Rund 30 Rheinland-Pfälzer haben bei der Demonstration gegen Salafisten in Köln mitgemacht. Hooligans und Rechtsextremisten waren vereint. Auch Rechte aus Rheinland-Pfalz waren laut Landeskriminalamt in Köln. dpa-Mitarbeiter Oliver Riegen

An der gewaltsamen Demonstration in Köln haben auch etwa 30 Hooligans aus Kaiserslautern teilgenommen. Das berichtete der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD ) gestern in Mainz . Er kündigte einen harten Kurs gegenüber Hooligans an, die Gewalt suchten. "Wir werden Gewalt auf unseren Straßen nicht tolerieren", sagte der Ressortchef.

Zu den Hooligans aus Rheinland-Pfalz zählten nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) auch rechtsgerichtete. "Nach Auskunft der Kölner Kollegen waren da auch offensichtlich Rechte dabei, die wir bisher aber nicht identifizieren konnten", sagte der LKA-Abteilungsleiter für Politisch motivierte Kriminalität, Albert Weber, der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst war laut Polizei unklar, ob auch Rheinland-Pfälzer in Köln handgreiflich geworden sind.

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz fing am vergangenen Sonntag einen Reisebus ab, der auf dem Weg nach Köln war. Das Ministerium hält es für wahrscheinlich, dass sie zur Demo unterwegs waren. Bei den 17 Rheinland-Pfälzern, elf Baden-Württembergern und einem Hessen in dem Bus fanden die Ermittler Vermummungsgegenstände wie Sturmhauben und Handschuhe.

Am vergangenen Sonntag kam es bei der Protestaktion von mindestens 4000 Fußballfans zu Ausschreitungen. Auch Rechtsextremisten nahmen daran teil. Mindestens 44 Polizeibeamte wurden verletzt, sieben mutmaßliche Gewalttäter wurden vorübergehend festgenommen oder kamen in Polizeigewahrsam.

Treibende Kraft waren nach Einschätzung des Verfassungsschutzes NRW gewaltbereite Hooligans . Rechtsextremisten hätten sich der Bewegung angeschlossen. Gemeinsam sei allen eine aggressive Grundhaltung gegen extremistischen Salafismus. "Mich schockiert das Ausmaß der Gewalt", teilte Lewentz mit.

In der Fußballsaison 2013/2014 zählte das Innenministerium Rheinland-Pfalz fast 11 000 Fans, die zu Gewalt neigen und rund 2400, die Gewalt suchen. Das Potenzial an Rechtsextremisten im Land wird auf 660 geschätzt, davon gelten 150 als bereit zur Gewalt. Die Zahl der Salafisten gibt das Ministerium mit etwa 100 an nach rund 70, die im Verfassungsschutzbericht 2013 aufgelistet waren. Salafisten gelten als ultrakonservative Islamisten mit Verbindung zum Terror.