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Umstrittene Aktion
„Online-Pranger“ als „Kunst-Aktion“ sorgt für Kritik

Chemnitz. (afp) Der Onlinepranger der Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit zur Identifizierung von Teilnehmern rechter Aufmärsche im sächsischen Chemnitz ist auf Kritik gestoßen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sprach gestern von einer „problematischen Kunstaktion, die nicht zur Aufklärung beiträgt, sondern nur der Spaltung unserer Gesellschaft weiter Vorschub leistet“.

„Es spielt keine Rolle, ob der Pranger real oder Fake ist, und schon gar nicht rechtfertigt das Ziel dieses Mittel“, erklärte Zimmermann.

Rund drei Monate nach den rechten Demonstrationen in Chemnitz hatten die Politaktivisten am Montag eine neue Aktion unter dem Stichwort „Soko Chemnitz“ gestartet. Das „Zentrum für politische Schönheit“ ruft dazu auf, Teilnehmer der rechten Aufmärsche zu entlarven und vor ihren Arbeitgebern bloßzustellen. „Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofortbargeld“, heißt es auf der Webseite.



In Chemnitz richtete die Gruppe dazu ein sogenanntes „Recherchebüro Ost“ ein. Die Polizei prüft nun eine mögliche strafrechtliche Relevanz der Inhalte und Abbildungen auf der Website sowie der in dem Büro aufgehängten Plakate.