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Berliner Einheitsdenkmal
Neue Bedenken um die „Einheitswippe“

Berlin. Um das Einheitsdenkmal in Berlin gibt es seit 20 Jahren ein beispielloses Gezerre. Kaum ist der Grundstücksvertrag unter Dach und Fach, werden neue Bedenken bekannt.

Das seit Jahren geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin hat eine wichtige Hürde genommen: Der Kauf des Grundstücks durch den Bund wurde gestern notariell besiegelt, wie die Berliner Immobilienmanagement GmbH mitteilte. Doch das Land Berlin hat erneut denkmalpflegerische Bedenken. Der Baubeginn ist deshalb noch nicht absehbar. Die „Einheitswippe“ soll an die friedliche Revolution in der DDR und die Wiedergewinnung der Deutschen Einheit erinnern.

Der für den Denkmalschutz zuständige Staatssekretär Gerry Woop bestätigte, dass es vor allem um einen möglichen Wiedereinbau der historischen Mosaike in den Denkmalsockel geht. Dieses Anliegen habe man in das Verfahren zur Verlängerung der Baugenehmigung eingebracht, sagte Woop. „Aber wir stehen natürlich zu unserer Vereinbarung mit dem Bund. Wenn der Bundestag bei seinen Beschlüssen bleibt, stehen wir der Sache nicht im Wege.“ Die im Oktober auslaufende Baugenehmigung muss verlängert werden, weil der Haushaltsausschuss des Bundestags die Baumittel nicht mehr vor der Sommerpause freigegeben hatte – wegen des damals noch ausstehenden Grundstücksvertrags.

Nach Angaben der Stadtentwicklungsverwaltung muss die bei ihr angegliederte Widerspruchsbehörde über den Antrag auf Verlängerung der Baugenehmigung entscheiden. Eine Frist dafür gebe es nicht, sagte eine Sprecherin.



Der verantwortliche Architekt, Sebastian Letz, äußerte sich gleichwohl zuversichtlich, dass es bald zu einem Baubeginn kommt. „Es ist allerhöchste Zeit, dass jetzt endlich mal Taten folgen und wir den Menschen, die damals den Mut gehabt haben, auf die Straße zu gehen, dieses Denkmal errichten können“, sagte Letz im Gespräch mit dem RBB-Inforadio.