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Was bringt das Kinojahr 2020?
James Bond und andere gute alte Bekannte

  Nein, das ist kein Foto aus dem neuen Bond. Der aktuelle 007, Daniel Craig, spielt in dem hochgelobten Krimi-Jux „Knives Out“ einen Detektiv (neben ihm: Ana de Armas). Der Film startet bei uns am 2. Januar.
Nein, das ist kein Foto aus dem neuen Bond. Der aktuelle 007, Daniel Craig, spielt in dem hochgelobten Krimi-Jux „Knives Out“ einen Detektiv (neben ihm: Ana de Armas). Der Film startet bei uns am 2. Januar. FOTO: AP / Claire Folger
Zweibrücken. Was bringt uns das Kinojahr 2020? Einige alte Helden – darunter Daniel Craig im 25. Bond-Film und Tom Cruise als wendigen „Top Gun“-Piloten. Von Nalikis Nassoufis

Ein Wiedersehen mit bekannten Helden: Hollywood verwertet alte Ideen gern noch einmal und bringt frühere Kinohits in moderner Form heraus. Etwa demnächst die Neuauflage von „Top Gun“: Mehr als 30 Jahre nach dem Erfolg des Actionfilms steigt Tom Cruise erneut in den Kampfpilotenanzug und rast in „Top Gun: Maverick“ über die Leinwände (deutscher Kinostart: 16. Juli). Mit Spannung wird auch das Spektakel „Godzilla vs. Kong“ (Start wohl im November) erwartet, wenn der Riesengorilla King Kong auf das Monster Godzilla trifft.

Das Kinojahr 2020 hat noch mehr zu bieten – zum Beispiel den neuen Bond: Daniel Craig ließ die Fans lange warten, nun schlüpft er doch in die Rolle des wohl berühmtesten Geheimagenten – wohl zum letzten Mal. In „Keine Zeit zu sterben“ (ab 2. April) ist 007 anfangs raus aus dem aktiven Dienst, bis die CIA ihn um Hilfe bittet und Bond einem neuen Bösewicht (Rami Malek, Oscar für „Bohemian Rhapsody“) auf die Spur kommt. Spannend ist bei diesem 25. Bond-Film außerdem, ob die Querelen um die Regie beim finalen Werk zu spüren sind: Eigentlich hatte Oscarpreisträger Danny Boyle („Slumdog Millionär“, „Trainspotting“) Regie führen sollen. Es gab aber „kreative Differenzen“ mit den Produzenten, und Boyle schmiss hin (wir berichteten). Daraufhin übernahm der US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga, der bisher vor allem für die erste Staffel der TV-Serie „True Detective“ bekannt ist.

Die deutsche Komödie „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ hat mit seiner Besetzung das Potenzial zum Hit: Hape Kerkeling und Michael Bully Herbig stehen dafür erstmals gemeinsam vor der Kamera. Sie spielen, nach einer Idee von Herbig, ein ungewöhnliches Duo: Der Tod (Herbig) verliebt sich unsterblich und lässt sich daher auf einen Deal mit dem Teufel (Kerkeling) ein. Das Chaos im Himmel und auf Erden ist programmiert. Regie führt der 80-jährige Joseph Vilsmaier („Comedian Harmonists“), starten soll der Film am 5. November 2020.



Pete Docter entwickelte einst die Idee zu „Toy Story“, dann gelang ihm mit „Die Monster AG“ der Durchbruch als Regisseur – für „Oben“ und „Alles steht Kopf“ gewann er schließlich zwei Oscars. Mittlerweile ist der US-Amerikaner zum Kreativchef der  Animationsschmiede Pixar aufgestiegen und arbeitet dort an seinem neuesten Werk, das am 1. Oktober bei uns starten soll: „Soul“ erzählt von einem Musiker, der bei einem Unfall seine Seele verliert. Diese landet in einem Trainingszentrum, wo neue Seelen darauf vorbereitet werden, in die Körper von Neugeborenen zu schlüpfen.

„West Side Story“, die tragische Liebesgeschichte zwischen Maria und Tony, die zu zwei rivalisierenden Banden gehören, fesselte vor fast 60 Jahren weltweit die Kinobesucher – mit zehn Oscars ist „West Side Story“ einer der am meisten ausgezeichneten Filme. Nun nimmt sich Regielegende Steven Spielberg („E.T.“, „Schindlers Liste“) diesen Klassiker nach einer Musicalvorlage mit der Musik von Leonard Bernstein vor. Die Hauptrollen besetzte der Regisseur mit Jungschauspieler Ansel Elgort („Der Distelfink“) und der bisher unbekannten Rachel Zegler, die die aus Puerto Rico stammende Maria spielt. Rita Moreno, die im Kinofilm von 1961 Marias Freundin Anita verkörperte und dafür einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewann, hat in der Neuverfilmung einen kleinen Auftritt. „West Side Story“ soll kurz vor Weihnachten 2020 in die Kinos kommen.

Ein Mafiaboss, der wegen seiner Panikattacken zu einer Psychotherapeutin geht – die Fernsehserie „Die Sopranos“ faszinierte die Zuschauer ab 1999 über sechs Staffeln hinweg, machte James Gandolfini zum weltweiten Star und wurde mit 21 Emmys und fünf Golden Globes ausgezeichnet. Mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Serie wird mit „The Many Saints of Newark“ jetzt die Vorgeschichte erzählt: wie aus Tony Soprano aus dem US-Bundesstaat New Jersey der gefürchtete Mafiaboss wurde. Die Produzenten griffen bei der Besetzung zu einem Kniff: Michael Gandolfini, der Sohn des 2013 an einem Herzinfarkt gestorbenen James Gandolfini, wird in die Fußstapfen seines Vaters treten und den jungen Tony Soprano spielen. Regie führt Alan Taylor („Terminator: Genisys“); das Drama soll im September in die US-Kinos kommen.

 Tom Cruise fliegt wieder: Sein Film „Top Gun: Maverick“ startet bei uns am 16. Juli.
Tom Cruise fliegt wieder: Sein Film „Top Gun: Maverick“ startet bei uns am 16. Juli. FOTO: dpa / Franck Robichon
  Hape Kerkeling (l.) und Michael Bully Herbig   drehen „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“.
Hape Kerkeling (l.) und Michael Bully Herbig drehen „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“. FOTO: dpa / Hendrik Heiden