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Völklinger Hütte
Warum die Völklinger Hütte jetzt zwei Geschäftsführer hat

 Michael Schley
Michael Schley FOTO: Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Karl Heinrich Veith
Völklingen . Ministerien erklären, warum es kurzzeitig zweier Geschäftsführer für das Weltkulturerbe bedarf, bis eine neue künstlerische Leitung im Amt ist. Von Esther Brenner

Nach den Irritationen um die Bestellung eines zweiten Geschäftsführers bei der Weltkulturerbe Völklinger Hütte gemeinnützigen GmbH hat sich jetzt nicht nur der Betriebsrat des Weltkulturerbes zu Wort gemeldet, sondern auch die zuständigen Ministerien.

In einem Schreiben des Betriebsrates an unsere Zeitung heißt es: „Der Geschäftsführer Michael Schley ist dem Weltkulturerbe-Team odnungsgemäß vorgestellt worden und wir sehen einer engagierten Zusammenarbeit entgegen.“ Die beiden Geschäftsführer, der seit 1999 im WKE tätige Verwaltungswirt Arno Harth, und der seit 1. September ebenfalls als Landesbeamter bestellte Michael Schley, Jurist mit kaufmännischer Erfahrung und bis dato Leiter der Deutschen Rentenversicherung Saarland, könnten sich „auf das Vertrauen der gesamten Belegschaft stützen.“ Damit reagierte der WKE-Betriebsrat auf die Berichterstattung der Saarbrücker Zeitung, der ein anonymes Schreiben „besorgter WKE-Mitarbeiter“ über die Neubesetzung der zweiten, zuvor abgeschafften Geschäftsführer-Position zugrunde lag. In diesem Zusammenhang räumten sowohl das Kultur- als auch das Finanzministerium ein, über die Personalie und die Struktur der derzeitigen Weltkulturerbe-Geschäftsführung nicht transparent und offensiv genug informiert zu haben. Beide Häuser sind hier zuständig.

 Arno Harth   Foto: Becker Bredel
Arno Harth Foto: Becker Bredel FOTO: BeckerBredel


Das Kulturministerium stellt klar, dass es sich bei Michael Schley keineswegs um den Nachfolger von Manfred Baldauf handele, dessen Vertrag nach Kritik des Rechnungshofes an einer zweiten WKE-Geschäftsführer-Stelle gekündigt worden war und der gerade 150 000 Euro Abfindung vom Land kassierte wegen eines  Formfehlers bei seiner Kündigung. Vielmehr habe man Schley als künftigen Nachfolger des Geschäftsführers Harth eingestellt, der auf eigenen Wunsch mittelfristig wieder in ein Ministerium wechseln wolle. Derzeit arbeiteten die beiden Geschäftsführer nach dem vorgeschriebenen Vier-Augen-Prinzip zusammen. Solange die Stelle des künstlerischen Direktors noch nicht wieder besetzt sei, werde diese Doppelbesetzung in der Geschäftsführung bestehen bleiben. „Mit Michael Schley haben wir einen ausgewiesenen Fachmann gewonnen, der sich um die juristischen, kaufmännischen, aber auch die anstehenden baulichen Herausforderungen der Völklinger Hütte kümmern wird“, sagte Eva Backes-Miller, Abteilungsleiterin Denkmalpflege und Industriekultur im Bildungsministerium.

Unter anderem werde Schley maßgeblich für den Umbau des Wasserhochbehälters zum neuen Entrée des WKE Verantwortung tragen.

Am 7. Oktober läuft die Bewerbungsfrist für den vakanten Posten des künstlerischen Direktors der Völklinger Hütte ab, den Meinrad Maria Grewenig bis Juni ausfüllte. „Wir halten nach wie vor an dem Ziel fest, das der frühere Minister Ulrich Commerçon angestrebt hat, nämlich Anfang des Jahres 2020 den Namen der neuen künstlerischen Leitung verkünden zu können“, bestätigte Eva Backes-Miller.

Im Laufe des kommenden Jahres – ein genauer Zeitpunkt könne noch nicht genannt werden – soll der oder die Neue dann übernehmen. Bis dahin führen die beiden Geschäftsführer Schley und Harth die Völklinger Hütte – und wahren in der Doppel-Spitze das Vier-Augen-Prinzip.

Um das künstlerische Programm  für 2020 müsse man sich keine Sorgen machen, versicherte Backes-Miller. Für dessen Qualität stehe ein erfahrenes und eingespieltes Weltkulturerbe-Team.