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Französischer Filmpreis
Viele Emotionen bei Vergabe der Césars

Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz wird von ihren Gefühlen überwältigt, als Filmregisseur Pedro Aldomovar, ebenfalls Spanier, ihr den französischen Ehren-César überreicht.
Die spanische Schauspielerin Penélope Cruz wird von ihren Gefühlen überwältigt, als Filmregisseur Pedro Aldomovar, ebenfalls Spanier, ihr den französischen Ehren-César überreicht. FOTO: Michel Euler / dpa
Paris. Bei den Césars räumt der Aids-Film „120 BPM“ ab. Und die Schauspielerin Penélope Cruz nimmt unter Tränen die Ehren-Trophäe entgegen.

(dpa) Das Aids-Drama „120 BPM“ hat bei der Verleihung der französischen César-Filmpreise abgeräumt. Die Produktion des französischen Regisseurs Robin Campillo handelt vom Kampf der 1989 gegründeten „Act Up“-Bewegung gegen Aids. Sie wurde zum besten Film gekürt und erhielt insgesamt sechs Trophäen, darunter auch für das beste Originaldrehbuch und die beste Musik. Der Film, der in Cannes 2017 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, war mit 13 Nominierungen ins Rennen gegangen.

Bei der Feier am Freitagabend im legendären Pariser Konzertsaal „Salle Pleyel“ kam die Crème de la Crème des französischen Kinos zusammen, darunter Isabelle Huppert, Marion Cotillard, Juliette Binoche und Daniel Auteuil. Viele Stars erschienen mit einem weißen Band am Reverskragen und Dekolleté. Das Zeichen steht für die Kampagne „MaintenantOnAgit“ (Jetzt handeln wir).

Sie setzt sich für die Unterstützung der Opfer von sexueller Gewalt ein und folgt dem Beispiel der Anfang Januar in den USA von rund 300 Hollywood-Stars gegründeten Initiative „Time’s Up“. Zu den Mitbegründerinnen von „MaintenantOnAgit“ gehört Vanessa Paradis, die die Pariser César-Verleihung eröffnete.



Den César als bester ausländischer Film gewann „Loveless“ des russischen Starregisseurs Andrej Swjaginzew. Das Drama handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der Film wurde 2017 in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet und ist auch für den Auslands-Oscar nominiert. Der 54-jährige Regisseur war bei der Zeremonie nicht anwesend.

Bewegend war die Verleihung des Ehren-Césars an Penélope Cruz. Heute Abend habe sie Lust, dem Leben zu danken, sagte die spanische Schauspielerin sichtlich bewegt. Selbst in ihren kühnsten Träumen habe sie es nicht gewagt, an diesen Preis zu denken. Ihre Dankesrede an die Jury und das französische Kino hielt sie teilweise auf Französisch. Die Prominenten im Saal erlagen ihrem Charme und ihren Tränen - und bedankten sich ihrerseits mit minutenlangem Applaus.

Cruz wurde von ihrem Mann, dem Schauspieler Javier Bardem, begleitet. Die Spanierin hat in über 40 Produktionen und mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter Kenneth Branagh und Pedro Almodóvar, der ihr auch den Preis übergab. Er sei der Grund gewesen, warum sie Kino mache, sagte sie. Cruz wurde 2009 für ihre schauspielerische Leistung in „Vicky Cristina Barcelona“ mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Fünf Auszeichnungen brachte der Abend der burlesken Tragikomödie „Wir sehen uns dort oben“ von Albert Dupontel. Der Film des 54-Jährigen wurde unter anderem für die beste Regie und die beste Adaption ausgezeichnet. Es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Pierre Lemaitre, der dafür 2013 den renommierten Literaturpreis „Goncourt“ erhalten hatte. Das Werk erzählt die Geschichte zweier Außenseiter, die sich in den letzten Wochen des Ersten Weltkriegs kennenlernen.

Die Auszeichnung als beste Schauspielerin erhielt Jeanne Balibar für „Barbara“ von Mathieu Amalric über das Leben der legendären Chansonsängerin Barbara.

(dpa)