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Die Entstehung eines Horror-Experiments
Trump und die Säuberer

Vor allem junge Farbige müssen sich in den USA vor Gewalt fürchten.
Vor allem junge Farbige müssen sich in den USA vor Gewalt fürchten. FOTO: Diverse Verleiher
Los Angeles. „The First Purge“ von Gerard McMurray erzählt von der Entstehung des Horror-Experiments.

Der vierte Teil der erfolgreichen Horrorfilmreihe „The Purge“ blickt zurück auf die Ursprünge der fiktiven amerikanischen Tradition, in der für eine Nacht alle Verbrechen erlaubt sind. Die aktuelle Weltpolitik und die Lage der US-amerikanischen Nation nährten die Entstehung des neuesten Films „The First Purge“, dem Prequel zur „The Purge“-Trilogie. Regisseur Gerard McMurray („Burning Sands“) erzählt, wie ein größenwahnsinniger Politiker hofft, mithilfe eines morbiden Experiments die eskalierende Gewalt in seinem Land wieder unter Kontrolle zu bringen. Ein etwas anderes „Make America Great Again“.

„The First Purge“ ist unübersehbar ein Film der „Ära Trump“. Und das merkt man nicht nur daran, dass in einer Szene ein „Pussy Grabbing Motherfucker“ versucht, sich an einer jungen Frau zu vergehen. Auch von „Fake News“ ist die Rede, und wenn der Parteichef der „Neuen Gründungsväter Amerikas“ mit stolzgeschwellter Brust obskure Wahlversprechen gibt, die sich mit einem harmonischen Miteinander zwangsläufig nicht vereinbaren lassen, dann spiegelt das nur zu gut die aktuelle Lage der US-Politik wider.

Da ist es nur konsequent, dass nach den ersten drei „Purge“-Teilen hier der Fokus endlich mal auf denjenigen liegt, die bei einem solchen Experiment tatsächlich an vorderster Front um ihr Überleben kämpfen müssten. In erster Linie ist „The First Purge“ nämlich ein Film über die „Black Community“ und die lateinamerikanische Gesellschaft, derer sich die NFFA (New Founding Fathers of America) entledigen will. Stehen sie doch für die soziale Unterschicht, für die die Politik einfach nicht länger zahlen will.



Leider braucht das Skript von James DeMonaco ein wenig zu lange, damit sich diese gesellschaftskritischen Ansätze entfalten können. In der ersten Hälfte geht es vorwiegend um kleinere Streitereien unter den Bürgern. Auch die Szenen, in denen die Politiker dem kruden Treiben über Monitore beiwohnen, sind rar gesät. Dabei wäre es durchaus spannend gewesen, sich ein wenig mehr mit den Wissenschaftstheorien zu dieser Aktion auseinanderzusetzen. Außer der banalen Erklärung, dass einfach jeder mal Dampf ablassen muss, liefert der Film keine neuen Erkenntnisse dazu, weshalb eine Säuberung den US-Amerikanern so viel Gutes verspricht.

„The First Purge“ basiert auf der – fiktiven – amerikanischen Tradition, nach der in Amerika in einer bestimmten Nacht alle Verbrechen erlaubt sind.
„The First Purge“ basiert auf der – fiktiven – amerikanischen Tradition, nach der in Amerika in einer bestimmten Nacht alle Verbrechen erlaubt sind. FOTO: dpa / Annette Brown