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Festspiele Oberammergau
Jesus soll bei Passionsspielen E-Scooter fahren

 Tierschützer sind sauer: Der Darsteller Andreas Richter als Jesus (Mitte) reitet in der Fotoprobe zu den Oberammergauer Passionsspielen in der Szene „Einzug aus Jerusalem“ auf einem Esel.
Tierschützer sind sauer: Der Darsteller Andreas Richter als Jesus (Mitte) reitet in der Fotoprobe zu den Oberammergauer Passionsspielen in der Szene „Einzug aus Jerusalem“ auf einem Esel. FOTO: dpa / Tobias Hase
Oberammergau. Jesus auf einem Elektro-Tretroller? Bei den traditionellen Oberammergauer Passionsspielen 2020 soll Jesus nach Ansicht von Tierschützern nicht auf einem Esel, sondern auf einem E-Scooter nach Jerusalem einziehen.

Der Ritt eines erwachsenen Christus-Darstellers auf einem Esel sei tierschutzwidrig, erklärte die Organisation Peta jetzt. „Heutzutage würde Jesus nicht mehr auf einem Esel reisen. Er würde sich vermutlich auf einem E-Roller oder mit einem anderen tier- und umweltfreundlichen Elektromobil fortbewegen“, hieß es in einer Peta-Mitteilung. Deswegen forderte die Tierschutzorganisation unter anderem den Bürgermeister der Gemeinde auf, bei den Passionsspielen im kommenden Jahr auf Tiere zu verzichten. Die Veranstalter teilten auf Anfrage mit, sich an die gesetzlichen Vorschriften zum Tierschutz zu halten. Die Alternative mit E-Scootern sei nicht denkbar, sagte ein Sprecher, der sich gerade mit den Hauptdarstellern in Israel befindet. Die Passionsspiele stünden in einem historischen Kontext, in dem es noch keine Elektrofahrzeuge gegeben habe.

Rund 2400 Oberammergauer werden das Laienspiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu vom 16. Mai bis 4. Oktober 2020 aufführen. Mit 4500 Sitzplätzen im überdachten Zuschauerraum ist das Passionstheater Oberammergau der Gemeinde zufolge die größte Freiluftbühne mit überdachtem Zuschauerraum der Welt. Erwartet werden knapp eine halbe Million Besucher.