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Literatur-Nobelpreis
Schwedische Akademie benennt zwei neue Mitglieder

Stockholm. Das für den Literaturnobelpreis zuständige Komittee soll mit neuen Mitgliedern endlich wieder arbeitsfähig werden.

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat zwei neue Mitglieder. Der Jurist Eric M. Runesson und die Schriftstellerin Jila Mossaed sollen beim nächsten Zusammentreffen der Akademie aufgenommen werden. Sie folgen auf die Dichterin Lotta Lotass und die Autorin Kerstin Ekman, die ihr Amt nicht mehr aktiv ausübten. Runesson und Mossead waren am Donnerstag durch die Mitglieder der Akademie gewählt worden. Am Freitag gab Schwedens König Carl Gustaf seine Zustimmung.

Der Monarch bezeichnete die Wahl zweier neuer Mitglieder in einem Statement als positiv. „Meine Hoffnung ist, dass die Schwedische Akademie dadurch die Möglichkeit erhält, Vertrauen in die Institution aufzubauen und ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.“

Die Schwedische Akademie hat 18 Mitglieder, die auf Lebenszeit gewählt sind. Sie war nach den Kontroverse um den Theaterregisseur Jean-Claude Arnault und seine Frau, Akademiemitglied Katarina Frostenson, in die Krise geraten. Weil die Mehrheit der Akademiemitglieder gegen den Rauswurf von Katarina Frostenson stimmte, stellten drei von ihnen die Arbeit ein, darunter die frühere ständige Sekretärin Sara Danius. Weil andere aus Altersgründen nicht mehr aktiv sind, verlor die Akademie ihre Beschlussfähigkeit, der Literaturnobelpreis musste für dieses Jahr abgesagt werden.



Arnault war Anfang der Woche wegen Vergewaltigung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Eine neue Interpretation der Statuten soll es in Zukunft möglich machen, dass ein Akademiemitglied austreten kann.