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Literaturpreis
Ricarda-Huch-Preis geht an Ferdinand von Schirach

Darmstadt. Der mit 10 000 Euro dotierte Ricarda-Huch-Preis der Stadt Darmstadt geht in diesem Jahr an den Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach. Seine Erzählungen und Romane („Verbrechen“/„Schuld“) „strotzen nur so vor scharfsinnigen Analysen der menschlichen Psyche und liefern spannende und verstörende Einblicke in die Welt des Verbrechens“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Freitag zur Begründung.

Der 1964 in München geborene und in Berlin lebende Strafverteidiger sei eine „bedeutende Persönlichkeit der europäischen Literatur“.

In der Begründung der Jury heißt es: Seine Bücher seien „gestochen scharfe Milieu- und Charakterstudien“. Er urteile nicht moralisch und verwende eine klare, souveräne und verdichtende Sprache. Mit seinem Aufsehen erregenden Theaterstück „Terror“, das einen Gerichtsprozess simuliert und am Ende die Theaterzuschauer über das Urteil abstimmen lässt, habe er zudem eindrucksvoll gezeigt, dass Theater noch immer ein Verhandlungsort für gesellschaftliche Auseinandersetzung sein könne.

Die Stadt vergibt den Kulturpreis seit 1978 alle drei Jahre. Zu den Preisträgern gehören der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und Schriftsteller wie Herta Müller, Martin Walser und Orhan Pamuk.