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Ungewöhnliche Verzierungen
Reiss-Engelhorn-Museen zeigen Schlachtgetümmel auf Porzellan

Eine Prunkvase, hergestellt in Frankenthal um 1771, zeigt eine Schlacht hoch zu Ross.
Eine Prunkvase, hergestellt in Frankenthal um 1771, zeigt eine Schlacht hoch zu Ross. FOTO: Uwe Anspach / dpa
Mannheim. Kostbares Porzellan aus dem 18. Jahrhundert mit einer ungewöhnlichen Verzierung präsentieren von diesem Sonntag an die Reiss-Engelhorn-Museen (Rem) in Mannheim. Auf einem 43-teiligen Service der Frankenthaler Manufaktur sind dramatische Schlachten sowie Reiterkämpfe vor historischer Kulisse und rastende Soldaten zu sehen. „Dass ein Service dieser Größe komplett und unbeschadet die Jahrhunderte überdauert hat, ist eine absolute Seltenheit“, sagte Projektleiterin Irmgard Siede am Mittwoch. Die Ausstellung „Von Pulverdampf und Schlachtidyll“ ist bis zum 2. Dezember zu sehen.

Das Service gehört zu den wertvollsten Produkten, die je in der Frankenthaler Manufaktur gefertigt wurden. Es kam vor zwei Jahren als Geschenk von Traudl Engelhorn-Vechiatto an die Reiss-Engelhorn-Museen und steht erstmals im Mittelpunkt einer Ausstellung. Christian Heinrich Winterstein, einer der besten Porzellanmaler, gestaltete Kaffeekanne, Zuckerschale und Tassen mit großer Liebe zum Detail.

„Das Motiv vermittelt ein idealisiertes Bild vom Kriegsgeschehen der damaligen Zeit“, sagte Siede. „Die Ausstellung entführt in eine Zeit, als Porzellan so kostbar war, dass es weißes Gold genannt wurde.“ Die Reiss-Engelhorn-Museen beherbergen die weltgrößte Sammlung an Frankenthaler Porzellan. Die Manufaktur wurde im Jahr 1755 gegründet und produzierte vor allem für Kurfürst Carl Theodor (1724 bis 1799).

(dpa)