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Im Alter von 83 Jahren
Pop-Art-Künstler Mel Ramos ist tot

San Francisco. In Mel Ramos’ Vorstellungskraft waren nackte Frauen buchstäblich zum Anbeißen und Austrinken: Sie räkeln sich in Hotdogs, schlüpfen aus Schokoriegeln und lassen die Beine lasziv aus Cocktailgläsern baumeln.

Nun ist Ramos, der für seine Darstellung von Pin-Up-Girls mit übergroßen Verbraucherprodukten bekannt wurde, im Alter von 83 Jahren an Herzversagen gestorben. Das bestätigte sein Galerist Louis Meisel.

Ramos’ Tod am Sonntag im kalifornischen Oakland bei San Francisco sei überraschend gekommen, sagte Meisel, der Ramos über Jahrzehnte hinweg vertrat. Noch Anfang September hatte er in Hamburg eine Ausstellung eröffnet. Ramos war einer der bedeutendsten Vertreter der Pop-Art in den USA. Berühmt wurde er in den 1960er Jahren mit seinen „Commercial Pin-ups“ – Persiflagen, die die Werbung aufs Korn nehmen. Auf den Gemälden räkeln sich Pin-Up-Girls auf riesenhaften Colaflaschen und Zigarettenpackungen oder reiten auf Zigarren. Die heute fast harmlos wirkenden Bilder waren damals eine Provokation. Vor allem Feministen hätten ihn früher heftig kritisiert, sagte Ramos der Zeitung „Sacramento Bee“ 2012. Im Louvre habe er dann die „prächtigen Akte von Tizian, Veronese und Tintoretto“ gesehen und sich „bestätigt“ gefühlt.

 Im Alter von nur 28 Jahren wurden seine Werke zusammen mit Arbeiten von Roy Liechtenstein, Andy Warhol und anderen Pop-Art-Künstlern gezeigt. 1967 hatte er bereits eine Einzelausstellung im San Francisco Museum of Modern Art und lehrte später als Professor für Malerei an verschiedenen Universitäten.