| 23:50 Uhr

Landesmuseum Mainz
„Ein Tag am Meer“mit Max Slevogt

Die Kuratorin der Ausstellung „Ein Tag am Meer – Slevogt, Liebermann & Cassirer“ , Karoline Feulner, erläutert in einer Vorbesichtigung das bislang verschollene Bild von Max Slevogt mit dem Titel „Strandbild mit Muschelfischer“.
Die Kuratorin der Ausstellung „Ein Tag am Meer – Slevogt, Liebermann & Cassirer“ , Karoline Feulner, erläutert in einer Vorbesichtigung das bislang verschollene Bild von Max Slevogt mit dem Titel „Strandbild mit Muschelfischer“. FOTO: dpa / Peter Zschunke
Mainz. Kurz vor Eröffnung der Sonderausstellung über den Impressionisten Max Slevogt, sind bisher unbekannte Gemälde des Künstlers aufgetaucht. Zum 150. Geburtstag Slevogts zeigt das Landesmuseum Mainz ein Thema des Malers, das bisher fast unbekannt war.

20. September 1932, ein gewittriger Spätsommertag. Um 15.30 Uhr, nach einem Unwetter, starb Max Slevogt (1868-1932) auf seinem Hofgut Neukastel im süd­pfälzischen Dorf Leinsweiler. Noch im August hatte der 64-Jährige geschrieben: „Dieses Jahr ist die Luft mit teuflischen Strömen geladen“. Das passt: Slevogt war immer schon fasziniert von großen Auftritten und pathetischen Momenten, seien es Sonnenuntergänge, Opernarien oder Löwenjagdszenen. So kennt man ihn, denn so spiegelt ihn sein Werk. In diesem Jahr, in dem sich Slevogts Geburtstag am 8. Oktober zum 150. Mal jährt, zeigt das Landesmuseum Mainz ab dem 9. Oktober in einer Sonderausstellung „Ein Tag am Meer – Slevogt, Liebermann und Cassirer“ bislang verschwundene Werke des impressionistischen Künstlers. „Nicht nur der 150. Geburtstag, auch der Ankauf eines Gemäldes ist Anlass zur Freude. Dieses Gemälde war uns aus Privatbesitz vorgestellt worden“, sagte Museumsdirektorin Birgit Heide am Donnerstag. „Das ist für uns eine absolute Sensation und wir sind unglaublich glücklich darüber, dieses verschollen geglaubte Gemälde hier ausstellen zu können.“

Neben dem Gemälde „Strandbild mit Muschelfischer“ werden zwei weitere vor kurzem aus Privatbesitz aufgetauchte Gemälde sowie seltene Blätter aus dem grafischen Nachlass dort erstmals ausgestellt. Im Mittelpunkt der insgesamt 94 Werke der Ausstellung steht das bisher der Forschung unbekannte Gemälde von Max Slevogt „Skizze mit Flagge“ aus dem Jahr 1908. Es zeigt den Strand von Noordwijk in Holland.

Der Künstler verbrachte dort auf Einladung des Kunsthändlers Paul Cassirer und seiner Frau Tilla Durieux den Juni/Juli 1908. Auch sein Künstlerkollege Max Liebermann (1847-1935) war bei dem Aufenthalt in Holland dabei. Die Ausstellung kann die beiden Künstler so mit ihren unterschiedlichen Perspektiven in einer sehr direkten Gegenüberstellung zeigen.



Außerdem geben Briefwechsel Einblicke in das Netzwerk Slevogts mit Cassirer. „Es ist eine Thema, das man nicht direkt mit Slevogt verbindet“, sagte die Kuratorin der Ausstellung, Karoline Feulner. „Es ist ein großes Glück, dass wir die „Skizze mit Flagge“ und damit was Neues zu zeigen haben. Die Menschen interessieren sich für ihn. Auch, wenn die Bilder sich teilweise gar nicht mit der Region auseinandersetzen.“ Slevogt war in erster Linie durch seine pfälzischen Landschaftszeichnungen bekannt geworden.

Ein Selbstbildnis von Max Slevogt.
Ein Selbstbildnis von Max Slevogt. FOTO: Stftung Saarländischer Kulturbesitz / Raphael Maass