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Netflix
Oh, wie unschön ist Panama bei Netflix

  Meryl Streep in „Die Geldwäscherei“, demnächst bei Netflix.  Foto: Barius/AP
Meryl Streep in „Die Geldwäscherei“, demnächst bei Netflix. Foto: Barius/AP FOTO: AP / Claudette Barius
Los Angeles. Der Streamingdienst hat 6,8 Millionen neue Abonnenten – und juristische Probleme wegen „Die Geldwäscherei“. Von Reuters

Die Erfolgsgeschichte von Netflix geht trotz aufkommender Konkurrenz weiter: Das US-Filmportal überraschte am Donnerstag mit kräftig gestiegenen Abo-Zahlen, nachdem diese im Sommer noch die Erwartungen weit verfehlt hatten. Das Filmportal profitierte dabei unter anderem vom Start der dritten Staffel der Mystery-Serie „Stranger Things“ und „13 Reasons Why.“ So gewann Netflix im dritten Quartal 6,8 Millionen neue Kunden, während es im Vorquartal lediglich 2,7 Millionen gewesen waren. Der Gewinn schnellte um 65 Prozent auf 665 Millionen Dollar und übertraf die Analysenschätzungen. An der Börse sorgten die Zahlen für einen Kurssprung um mehr als neun Prozent.

Ab November wollen Apple und Walt Disney Netflix mit eigenen Streamingdiensten auf den Pelz rücken. Derweil sieht sich der erfolgsverwöhnte Konzern einer Klage ausgesetzt. Der mit Stars wie Meryl Streep, Antonio Banderas und Gary Oldman besetzte Film „Die Geldwäscherei“ über den weltweit als „Panama Papers“ bekannt gewordenen Steuerskandal wird Thema vor Gericht. Die in den Fall verstrickte Kanzlei Mossack Fonseca hat Klage vor einem Gericht in Connecticut gegen den US-Filmverleiher eingereicht, der den Streifen von Steven Soderbergh in die Kinos bringt.

„In seinem Film werden die Kläger (Mossack und Fonseca) als rücksichtslose, gleichgültige Anwälte diffamiert und porträtiert, die an Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Bestechung und/oder anderen kriminellen Handlungen beteiligt sind“, heißt es in der Klageschrift. Die Kanzlei von Jürgen Mossack und Ramon Fonseca schloss 2018. Die Anwälte wollten keine Stellungnahme zum Film abgeben. Eine den beiden nahestehende Person sagte der Agentur Reuters, das Durchstechen der firmeninternen Dokumente sei „Informationsdiebstahl“ und illegal.



Bei den „Panama Papers“ handelt es sich um vertrauliche Unterlagen, die ein internationales Recherchenetzwerk im Frühjahr 2016 durchkämmt hatte. Dabei wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzten, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen. Im Trailer des Films heißt es: „Wie bleiben 15 Millionen Millionäre in 200 Ländern reich? Mit Anwälten wie diesen.“