| 22:42 Uhr

Klares Votum der Mainzer
Nach Aus für Bibelturm beginnt die Suche nach neuer Lösung

Mainz. Nach dem klaren Votum der Mainzer gegen den Bau des Bibelturms hat am Montag die Suche nach einer neuen Lösung für die künftige Entwicklung des Gutenberg-Museums begonnen. „Einen Plan B hat niemand in der Schublade liegen“, sagte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) dem SWR. Ein neues Konzept für ein umgestaltetes Gutenberg-Museum „wird sich jetzt auf die Fläche des bestehenden Museums begrenzen“. Dabei will die Stadt das enge Gespräch mit der Bürgerschaft führen, damit es nicht erneut zu einer erbitterten Kontroverse kommt.

Das bestehende Museum müsse räumlich und auch technisch ertüchtigt werden, sagte Ebling. „Dem Weltmuseum der Druckkunst wird das Gebäude im Moment nicht gerecht.“ Der Bau des Bibelturms auf dem Liebfrauenplatz vor dem Dom hätte der erste Schritt für ein Gesamtkonzept zur Weiterentwicklung des Museums sein sollen.

Bei einem Bürgerentscheid am vergangenen Sonntag hatten sich aber 77,3 Prozent gegen diese geplante Erweiterung ausgesprochen. Die Befürworter des Bibelturms – benannt nach der von Gutenberg gedruckten Bibel – kamen auf 22,7 Prozent. An der Abstimmung beteiligten sich 40 Prozent der rund 161 000 stimmberechtigten Mainzer (wir berichteten).

Die Gegner des geplanten Vorhabens hatten vor allem die moderne Architektur des geplanten Gebäudes auf dem Domplatz kritisiert und die Finanzierung angezweifelt. „Wir haben zwei Jahre dafür gekämpft und freuen uns sehr, dass es geklappt hat“, sagte der Gründer der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum, Thomas Mann. „Diese Entscheidung bringt das Lebensgefühl der Mainzer zum Ausdruck.“



(dpa)